Brandenburg/Havel - Im Prozess gegen einen mutmaßlichen früheren Wachmann im Konzentrationslager Sachsenhausen verzögert sich das Urteil wegen einer Erkrankung des Angeklagten. Die nächsten beiden Verhandlungstermine am Mittwoch und Donnerstag in Brandenburg/Havel wurden abgesagt, wie das Landgericht Neuruppin am Dienstag mitteilte. Wann es weitergeht, stehe noch nicht fest, da unklar ist, wann der Angeklagte wieder gesund ist.

Geplant war ursprünglich am Mittwoch das Plädoyer der Verteidiger. Danach hätte das Urteil verkündet werden können. Die Staatsanwaltschaft hatte fünf Jahre Gefängnis für den Mann gefordert.

Dem 101-jährigen Angeklagten wird Beihilfe zum Mord an mindestens 3518 Häftlingen im KZ Sachsenhausen von 1942 bis 1945 vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft stützt sich dabei auf Dokumente zu einem SS-Wachmann mit dem Namen, dem Geburtsdatum und dem Geburtsort des Mannes. Er selbst bestritt, dass er überhaupt in dem KZ arbeitete.