Wegen Verunglimpfung und Verleumdung von Opfern der Nazi-Diktatur hat das Amtsgericht Schwerin den stellvertretenden NPD-Bundesvorsitzenden Udo Pastörs am Donnerstag zu acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

Vor etwa zweieinhalb Jahren hatte Pastörs im Schweriner Landtag eine Holocaust-Gedenkveranstaltung als „einseitigen Schuldkult“ und „Betroffenheitstheater“ bezeichnet. Aus Sicht der Anklage hat er damit die Opfer beschimpft und verächtlich gemacht. Zudem seien die Überlebenden verleumdet worden.

Gericht folgt der Anklage

Mit dem Strafmaß schloss sich das Gericht der Forderung der Staatsanwaltschaft an. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert und argumentiert, der NPD-Abgeordnete habe den politischen Gegner angegriffen und dessen Motive für die Gedenkveranstaltung infrage gestellt.
Pastörs hatte in seiner Rede auch von einer „Auschwitzprojektion“ und einem „Sieg der Lüge über die Wahrheit“ gesprochen. (dapd)