US-Außenminister Mike Pompeo zu Gast in Berlin. 
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BerlinUS-Außenminister Mike Pompeo hat vor einer Bedrohung durch eine aggressive Politik Russlands und Chinas gewarnt.

Die kommunistische Führung in Peking setze zur Unterdrückung der Bevölkerung Methoden ein, die in "entsetzlicher Weise" den Unterdrückungspraktiken in der ehemaligen DDR ähnelten, sagte Pompeo laut AFP. Der Volksbefreiungsarmee warf er zudem ein "Eingreifen in die Souveränität der Nachbarn" Chinas vor. "Die KP Chinas schikaniert und überwacht Aktivisten aus Xinjiang und Hongkong, die ins Exil nach Deutschland und anderswo in Europa gegangen sind", sagte Pompeo.

"Russland - angeführt von einem ehemaligen KGB-Offizier - marschiert in seine Nachbarländer ein und bringt Oppositionelle um", sagte Pompeo am Freitag in einer Rede bei der Körber-Stiftung in Berlin anlässlich des 30. Jahrestags des Mauerfalls. Der kommunistischen Führung in Peking warf der US-Außenminister vor, eine "neue Vision des Autoritarismus" zu verwirklichen.

USA und Deutschland sollen gemeinsam die Werte verteidigen

Neben dem feierlichen Blick auf den Mauerfall vor 30 Jahren müsse der Westen die Welt auch mit "Nüchternheit" betrachten, sagte Pompeo. Die USA und Deutschland müssten gemeinsam die Werte verteidigen, die durch den Fall des Eisernen Vorhangs gewonnen worden seien.

Russische Behörden gingen in der Ost-Ukraine und der Krim "mit Razzien und Folter" gegen jene vor, die die "russische Aggression" ablehnten, sagte der US-Außenminister. "In Tschetschenien verschwindet einfach jeder, der von den Behörden als 'unerwünscht' angesehen wird."

Pompeo hält sich anlässlich des 30. Jahrestags des Mauerfalls zu einem zweitägigen Besuch in Deutschland auf. Am Nachmittag wird er von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Kanzleramt empfangen.