Das Verlegeschiff "Audacia" des Offshore-Dienstleisters Allseas verlegt in der Ostsee vor der Insel Rügen Rohre für die Gaspipeline Nord Stream 2.
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BerlinDer US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, hat die Kritik der Bundesregierung an den Sanktionen gegen die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 zurückgewiesen. „15 europäische Länder, die Europäischen Kommission und das Europäische Parlament haben allesamt ihre Bedenken an dem Projekt angemeldet“, sagte Grenell der „Bild am Sonntag“. Es handele sich bei den Sanktionen daher um „eine sehr pro-europäische Entscheidung“. 

Viele europäische Diplomaten hätten sich bedankt, dass die US-Regierung diese Maßnahmen ergriffen habe. Die Bundesregierung hatte die Strafmaßnahmen als „Einmischung“ verurteilt. Sie seien ein „schwerer Eingriff in die inneren Angelegenheiten Deutschlands und Europas“, sagte Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) am Samstag in der ARD. US-Präsident Donald Trump hatte die Sanktionen am Freitagabend in Kraft gesetzt. Sie richten sich gegen Firmen, die am Bau der Pipeline beteiligt sind.

Der US-Präsident wirft Deutschland vor, sich durch Nord Stream 2 in Abhängigkeit von russischem Gas zu begeben. „Es handelt sich hier um eine lange andauernde Politik der USA, die zurück bis in die Obama-Regierung reicht“, sagte US-Botschafter Grenell. Washington wolle verhindern, dass „ein Land oder eine Quelle einen zu starken Einfluss auf Europa mittels Energie aufbauen kann“. Die US-Regierung habe sich bemüht, die Sanktionen so präzise wie möglich zu gestalten, sagte Grenell. „Wir freuen uns, dass die beteiligten Firmen bereits reagiert haben“, fügte der Botschafter mit Blick auf den Offshore-Dienstleister Allseas hinzu, der seine Beteiligung am Bau von Nord Stream 2 vorerst eingestellt hat.