Bereits im Frühjahr hat es in mehreren amerikanischen Städten zum Teil gewalttätige Aufmärsche ultrarechter Gruppen gegeben. Anlass war – wie jetzt in Charlottesville – manchmal die Entfernung von Konföderierten-Denkmälern; manchmal war es auch nur der Versuch, nach dem Amtsantritt Trumps Präsenz zu zeigen. Zu beobachten war schon dort eine Allianz zwischen Rassisten, Neonazis, republikanischen Trump-Anhängern und Vertretern der sogenannten Alternative-Right-Bewegung. Die auch kurz Alt Right genannte Bewegung ist – wie die Neue Rechte in Deutschland und Westeuropa – eine Melange aus rechten Ideologen, Verschwörungstheoretikern und Antisemiten, die über das Internet und die sozialen Medien ihre Thesen verbreitet und indirekt zu Gewalt aufruft.

In der Vergangenheit hatte es in den USA ein Tabu im Umgang mit Rassisten gegeben. Republikaner brachen ihre Zusammenarbeit mit Rechten meist umgehend ab, wenn deren rassistische Äußerungen öffentlich bekannt wurden. Das habe sich verändert, schrieb der US-Journalist und Rechtsextremismus-Experte Spencer Sunshine kürzlich in einem Artikel. Die Stimmung, die Trump nach seinem Wahlsieg geschaffen habe, habe dieses Tabu ins Wanken gebracht, so Spencer. Es gebe nun eine neue Bewegung, die er „unabhängigen Trumpismus“ nennt und in der sich Neonazis, Alt-Right-Anhänger, selbst ernannte „Patrioten“ und republikanische Trumpanhänger tummeln.

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