US-Präsident Barack Obama: Obama, der Flirter in Chief

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Frauen aufgepasst, hier kommt der Flirter in Chief. Immer bereit, ein flottes Kompliment zu machen. Kein Bill Clinton, aber auch einer, der es nicht lassen kann, weibliches Aussehen öffentlich zu kommentieren. Erwünscht oder eher nicht, wie im jüngsten Fall der kalifornischen Justizministerin Kamala Harris.

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Die 48-Jährige sei brillant, engagiert und hartnäckig, stellte Barack Obama die ranghöchste Rechtsverwalterin Kaliforniens vor. Um dann hinzuzufügen. „Sie ist bei Weitem auch die am besten aussehende Generalstaatsanwältin.“ Einige im Publikum lachen. „Es ist wahr, wirklich“, legt der Präsident nach, statt im letzten Moment die Kurve zu bekommen. Nicht wegen Harris, mit der er persönlich befreundet ist, sondern wegen des Aufschreis, den sein Kompliment in der Welt der sozialen Medien auslösen sollte.

Entschuldigung an die Freundin

„Nicht komisch und perfekt in Ordnung für ihn, so etwas zu sagen“, empört sich als einer der ersten ein Sprecher der Republikaner sarkastisch. Prima Gelegenheit, es Obama heimzuzahlen für dessen überwältigende Unterstützung durch Frauen am Wahltag. Von links haut Irin Carmon dem Präsidenten auf der Seite Salon.com um die Ohren, er müsse es eigentlich besser wissen: „Es war nicht das erste Mal, dass Obama mit schmierigem Sexismus auffiel.“

Kurz darauf zirkulierte ein Obama-Sündenregister. Darin findet sich auch ein Kompliment des US-Präsidenten für die 32-jährige New Yorker Stadträtin Nicole Malliotakis. In kleiner Runde sagte er ihr, sie sehe nicht älter als 23 aus. In Erinnerung gerufen wird auch die Fernsehreporterin, die er auf einer Pressekonferenz „Sweetie“ nannte.

Was in den Akten politisch korrekter Empörung fehlt, sind die vielen Äußerungen, mit denen Obama das Aussehen von Männern kommentierte. Etwa das seines Wohnungsbau-Ministers Shaun Donovan, den er einmal als „den gut aussehenden Kerl da vorne“ einführte.

Am Freitag rief der US-Präsident nun bei seiner Freundin Harris an, um sich für die ungewollte Aufmerksamkeit zu entschuldigen. „Er erkennt voll an, welchem Druck Frauen am Arbeitsplatz ausgesetzt sind und dass sie nicht aufgrund ihres Äußeren beurteilt werden sollen“, informierte anschließend sein Sprecher Jay Carney.

Michelle Obama zahlte dem Flirter in Chief auf ihre Art heim. In einem TV-Interview enthüllte sie, wie wenige Aufgaben ihr wichtiger Kerl daheim übernimmt. „Glauben sie mir, als alleinerziehende Mutter ...“, verplapperte sie sich nach einer Frage, bevor sie sich korrigierte. „Ich sollte geschäftige Mutter sagen.“