Washington - Das Dossier sorgte Anfang des Jahres für gewaltigen Wirbel: Der Immobilienmogul Donald Trump habe bei seinen Moskau-Besuchen pikante Prostituierten-Kontakte mit Sexspielen gehabt und auch sonst der Putin-Regierung einiges Material für eine mögliche Erpressung geliefert, hieß es in dem Papier, das der britische Ex-Spion Christopher Steele erstellt hatte. Der frischgewählte Präsident stritt die Behauptungen energisch ab. Nun kommt heraus: das Dossier wurde indirekt von der Hillary-Clinton-Kampagne und der Partei der Demokraten bestellt und bezahlt.

Nach einem Bericht der „Washington Post“ hat das Clinton-Lager im Frühjahr 2016 über einen Anwalt eine private Detektei beauftragt, nach belastendem Material gegen den republikanischen Kandidaten Trump zu suchen. Wie viel Geld floss, ist unklar. Die Recherchefirma Fusion GPS beauftragte Steele, der seine Kontakte nach Moskau und zu Geheimdienstkreisen spielen ließ.

Ex-FBI-Direktor James Comey hatte Trump im Januar darüber informiert, dass belastendes Material gegen ihn im Umlauf sei. Die demokratische Partei erklärte am Mittwoch, man habe nicht gewusst, mit wem der beauftragte Anwalt zusammenarbeite.