Für Joe Biden ist die technische Panne ein Gottesgeschenk.
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IowaIn Iowa wollten die Demokraten den Startschuss für den Anfang des Endes der Ära Trump geben. Stattdessen gerieten die ersten Vorwahlen zu einem peinlichen Fehlstart.

Ginge es bloß um die 41 Delegierten, die in dem wenig repräsentativen Agrarstaat im Mittleren Westen vergeben werden, könnte man das Chaos der Wahlnacht vergessen. Doch ihre Bedeutung geht weit darüber hinaus.

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Bei den Demokraten haben die Wähler nur zwei Mal nicht den späteren Präsidentschaftskandidaten gewählt. Seit 1996 hatten sie immer den richtigen Riecher gehabt. Genau deshalb nisten sich die Kandidaten über Monate in dem Bundesstaat ein, schütteln jede Hand und werden Experten für Schweinezucht und Sojabohnen.

Iowa: Am härtesten trifft es Pete Buttigieg

Wer hier gewinnt, bekommt Spendengelder und Medienaufmerksamkeit. Das hat in der Vergangenheit Außenseiter wie zuletzt Barack Obama ganz nach vorn katapultiert. Die Pannen beim Erfassen der Ergebnisse aus den 1700 Wahlversammlungen betrügen den Sieger oder die Siegerin um den verdienten Rückenwind.

Am härtesten trifft dies Pete Buttigieg, der in seiner politischen Heimat des Mittleren Westens alles auf eine Karte gesetzt hat. Alle Indikatoren deuten darauf hin, dass er besser abschnitt als Vizepräsident Joe Biden, mit dem er um die Führung im moderaten Lager konkurriert.

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Für Biden ist die technische Panne dagegen ein Gottesgeschenk. Es ist mehr als offenkundig, dass er nicht die erste Wahl der Demokraten in Iowa war.

Unklar blieb, wie weit Bernie Sanders und Elizabeth Warren auseinanderliegen. Selbst wenn alle das Chaos nutzen, sich irgendwie zu Siegern zu erklären, haben in dieser Wahlnacht alle verloren.