Washington - Inzwischen beschuldigen ihn neun Frauen der sexuellen Belästigung. Doch Donald Trump, Präsidentschaftskandidat der US-Republikaner, dementiert alle Vorwürfe. Es sei eine Verschwörung gegen ihn im Gange, so Trump. Es gehe darum, die Wahl am 8. November zu seinen Ungunsten zu manipulieren. Damit nicht genug: Trump schlägt vor, seine Konkurrentin Hillary Clinton und er sollten vor der dritten TV-Debatte am Mittwoch einen Drogentest machen.

Von seinen Anhängern bejubelt, wischte der 70-jährige Bauunternehmer während eines Auftritts im Bundesstaat New Hampshire alle Sex-Vorwürfe gegen ihn als „total erfundenen Unsinn“ zur Seite. Die neun Frauen sagten allesamt die Unwahrheit. Außerdem sähen einige von ihnen nicht gut genug aus, um seine Aufmerksamkeit zu erregen.

Trump verweist seit Wochen auf Bill Clintons Sex-Affären

Trump sagte, die Vorwürfe seien Bestandteil einer Verschwörung gegen ihn. Das Ziel sei es, ihm den Wahlsieg zu stehlen. Die US-Medien und die US-Demokraten hätten sich verabredet, die Wahl mit „falschen Anschuldigungen und Lügen“ zu manipulieren, „damit die betrügerische Hillary gewählt wird“.

Das Clinton-Lager reagierte erbost, hielten sich aber mit öffentlichen Reaktionen auf die Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegen Trump auffällig zurück. Offenbar will es die 69 Jahre alte Kandidatin vermeiden, erneut zur Zielscheibe Trumps zu werden. Der Milliardär verweist seit Wochen auf die Sex-Affären ihres Ehemanns Bill.

Michelle Obama: „Eine Schande“

So hat First Lady Michelle Obama die Rolle einer wortmächtigen Verteidigerin Clintons und Gegnerin Trumps übernommen. „Das ist nicht normal, das gehört nicht in die Politik. Das ist eine Schande. Und es darf nicht toleriert werden“, sagte sie über Trumps Äußerungen über Frauen.

„Keine Frau verdient, so behandelt zu werden“, sagte die Frau des amtierenden Präsidenten Barack Obama über den Geschäftsmann aus New York. „Anständige Menschen benehmen sich nicht so. Und erst recht nicht jemand, der Präsident der Vereinigten Staaten werden will“, so Michelle Obama vor wenigen Tagen. Die flammende Rede gipfelte in dem Appell: „Genug ist genug.“

Trump unterstellt Hillary Clinton Drogenkonsum währen TV-Debatte

Donald Trump hat die First Lady damit allerdings nicht überzeugen können. Der Immobilienunternehmer deutete am Wochenende an, Hillary Clinton habe während der TV-Debatte am Sonntag vor einer Woche womöglich unter dem Einfluss von Drogen gestanden. „Ich weiß nicht, was mit ihr los ist“, sagte Trump. Zu Beginn der Debatte sei Clinton völlig aufgedreht gewesen, später sei ihr die Luft ausgegangen. „Warum machen wir nicht einen Drogentest?“, so der Präsidentschaftskandidat.

Inzwischen haben nicht nur zahlreiche Republikaner dem Populisten die Unterstützung entzogen. Auch einige Spender haben sich abgewendet. In Meinungsumfragen verliert Trump zum Teil deutlich an Zustimmung. Sein Wahlkampfteam verweist dagegen weiter beharrlich auf die großen Menschenmengen, die ihr Kandidat anziehe.

Das muss allerdings, wenn Late-Night-Talker Seth Meyers Recht behält, nichts aussagen. Meyers vor einigen Tagen im US-Fernsehen: „Wenn man, um (die Wahl) zu gewinnen, nur eine große Menschenmenge bräuchte, dann wäre Ikea an einem Samstag unser nächster Präsident.“