Washington - Hillary Clinton sieht einen Zusammenhang zwischen der Veröffentlichung neuer Details zur E-Mail-Affäre und ihrer Wahlniederlage gegen Donald Trump. Auslöser sei in ihren Augen der Direktor der US-Bundespolizei FBI, James Comey.

Die Bekanntgabe neuer FBI-Ermittlungen zur Nutzung ihres privaten E-Mail-Kontos weniger als zwei Wochen vor der Wahl hätten ihr geschadet, sagte Clinton am Samstag in einer Telefonkonferenz mit Wahlkampfunterstützern, wie US-Medien berichteten.

FBI-Direktor sei Schuld an der Niederlage

„Es gibt viele Gründe, warum eine Wahl nicht erfolgreich ist“, sagte Clinton laut dem Online-Magazin „Quartz“, das sich auf einen Teilnehmer der Telefonkonferenz berief. „Aber unsere Analyse ist, dass Jim Comeys Brief (an den US-Kongress), in dem er Zweifel äußerte, die grundlos und unbegründet waren - und es erwiesenermaßen sind - uns den Schwung genommen hat.“

Obwohl Comey zwei Tage vor dem Urnengang die Demokratin Hillary Clinton entlastete, indem er schrieb, in den neu entdeckten E-Mails seien keine Hinweise auf strafbare Handlungen gefunden worden, zeigt sich Clinton wenig erfreut über diese PR. So habe ihr doch sehr viel daran gelegen, dass die Anhänger ihres Rivalen Trumps nicht wieder an die E-Mail-Affäre erinnert werden.

Comey störte Siegeszug Clintons

Die Briefe des FBI-Direktors waren zu einem Zeitpunkt in den Wahlkampf geplatzt, als Clinton gerade von ihrem Erfolg bei den TV-Debatten gegen Trump profitierte. „Nach der dritten Debatte fühlten wir uns so gut mit dem, wo wir waren“, sagte Clinton laut der „Quartz“-Quelle. Sie habe in den meisten entscheidenden Staaten vorne gelegen und habe „Rückenwind“ gespürt. Clinton hatte in ihren vier Jahren als Außenministerin unter Verstoß gegen die geltenden Regeln private Server für ihre dienstliche Kommunikation genutzt. Comey erteilte ihr dafür im Juli eine scharfe Rüge, sah aber keinen Hinweis auf strafbares Verhalten. (mit Afp)