Berlin/ Washington D.C. - Für Geschäftsreisende ist es aktuell schwierig und teilweise auch faktisch unmöglich, in die USA oder nach China zu reisen. Washington und Peking haben für Besucher aus dem Schengen-Raum ein strenges Einreiseregime verhängt. Die Restriktionen gelten unverändert, obwohl die Pandemie-Zahlen in der EU in etwa denen der USA entsprechen. Für die deutsche Wirtschaft sind die geschlossenen Grenzen ein erhebliches Problem, wie Ulrich Ackermann, Leiter Außenwirtschaft beim Verband Deutscher Maschinen- und Anlagebau (VDMA) der Berliner Zeitung erläutert.

Wie ist die Situation für Deutsche mit Arbeitsgenehmigung?

„Der Druck in den Unternehmen steigt merklich an, weil die Amerikaner hohe Hürden für die Einreise von EU-Bürgern vorgelegt haben. Wir haben täglich bis zu zehn Anfragen von Unternehmen, wonach eine Reise zu den Kunden in die USA dringend geboten wäre. Die Besuche sind auch aus Sicht der US-Kunden notwendig.“ Der VDMA-Präsident hat deshalb kürzlich ein Schreiben an die US-Botschaft geschickt, um eine Lösung für die Unternehmen zu erreichen. Ackermann hofft, „dass wir in absehbarer Zeit zu einer Lösung kommen, weil ja US-Amerikaner längst auch unbegrenzt und ohne Hindernisse sogar als Touristen in den Schengen-Raum einreisen dürfen.“

Besonders kritisch ist die Situation für Deutsche mit Arbeitsgenehmigung und Aufenthaltsrecht in den Vereinigten Staaten. Wenn Deutsche etwa wegen eines Trauerfalls kurzfristig in die Heimat zurückkehren,  müssen sie nach der Einreise in Deutschland eine erneute Ausnahmegenehmigung beantragen oder sich vor der Rückreise 14 Tage in einem Nicht-Schengen-Land aufgehalten haben.

Noch problematischer stellt sich laut Ackermann die Lage in China dar: Hier müssen Geschäftsreisende zwangsweise 14 Tage in eine staatliche Quarantäne. Der VDMA-Experte berichtet, dass die Geschäftsreisenden in „teilweise unzumutbare Unterkünfte gesteckt würden“ – auf engem Raum, ohne Balkon und völlig isoliert. Ackermann: „Wir bekommen Berichte von Reisenden, die dieser Zustand an die Grenze des psychisch Erträglichen gebracht hat.“ Eine Besserung ist hier nicht in Sicht: „Das offizielle Narrativ in China ist, dass das Virus vom Ausland nach China gekommen ist. Daher müssen Ausländer, die das Virus einschleppen könnten, isoliert werden.“

China interessiert sich nicht dafür, was die Weltöffentlichkeit über es denkt

Außerdem fahre China einen neuen Kurs gegenüber dem Westen: „China interessiert sich nicht mehr dafür, was die Weltöffentlichkeit über es denkt. Nach dem G7 war die Aussage aus Peking, das sei die alte Welt, die sei irrelevant. China entscheidet aktuell ausschließlich nach seinen eigenen Vorstellungen.“ Der VDMA-Experte geht davon aus, dass sich die Situation mit China über längere Zeit nicht ändern werde. Fürs laufende Jahr erwartet er keine Erleichterungen.

Ein weiteres Problem: Die meisten Staaten erkennen nur bestimmte Impfungen an. So muss man bei China-Reisen mit dem chinesischen Impfstoff geimpft sein, der aber in der EU gar nicht zugelassen ist. Es ist völlig unklar, wie sich die unterschiedlichen Impfpraktiken in den kommenden Monaten auswirken werden.