Das von US-Präsident Joe Biden vorgeschlagene Gipfeltreffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin findet am 16. Juni in Genf statt. Das teilten das Weiße Haus und der Kreml am Dienstag fast zeitgleich mit. Putin hat dem Treffen mit Biden zugestimmt.

Ziel sei die Entwicklung der russisch-amerikanischen Beziehungen, hieß es in der Mitteilung des Kreml. Erörtert werden sollen auch internationale Fragen, darunter der Kampf gegen die Corona-Pandemie und die Lösung regionaler Konflikte.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, teilte mit, Biden und Putin würden „die gesamte Palette“ drängender Fragen besprechen. Ziel sei es, „Vorhersehbarkeit und Stabilität“ in den bilateralen Beziehungen wiederherzustellen.

Bidens erste Auslandsreise führt ihn im Juni zum G7-Gipfel (11. bis 13. Juni) nach Großbritannien und zum Nato-Spitzentreffen (14. Juni) nach Belgien. In Brüssel ist am selben Tag zudem ein Spitzentreffen der USA und der EU geplant. Danach reist Biden nach Genf weiter.

Bei den Gesprächen solle es auch um die Rüstungskontrolle und die strategische Stabilität in der Welt gehen. Eine Tagesordnung stehe aber noch nicht, hatte Kremlsprecher Dmitri Peskow zuvor gesagt.

Gespräche bereiten Gipfel zwischen Joe Biden und Wladimir Putin vor

Nach Konsultationen von Bidens nationalem Sicherheitsberater Jake Sullivan mit dem Sekretär des russischen Sicherheitsrates, Nikolai Patruschew, hieß es in einer am Montag in Washington und Moskau verbreiteten gemeinsamen Erklärung: „Das Treffen war ein wichtiger Schritt zur Vorbereitung eines geplanten Gipfels zwischen den USA und Russland, dessen Termin und Ort zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben werden.“ Die Gespräche verliefen demnach konstruktiv „und ermöglichten trotz noch bestehender Differenzen ein besseres Verständnis für die gegenseitigen Positionen“.

Am vergangenen Mittwoch waren US-Außenminister Antony Blinken und sein russischer Amtskollege Sergej Lawrow im isländischen Reykjavik zusammengekommen. Die Gesprächen waren nach Angaben aus Washington und Moskau sehr konstruktiv verlaufen und hatten vor allem der Vorbereitung des Gipfels gedient.

Diskutiert werden dürfte auch die aktuelle Lage in Belarus nach der Umleitung eines Ryanair-Flugzeugs und der Verhaftung eines kritischen Journalisten. US-Präsident Joe Biden kündigte an, seine Regierung bereite „angemessene“ Schritte vor, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Er nannte das Verhalten der Regierung in Minsk einen „direkten Affront gegen internationale Normen“.

Die belarussische Regierung lud am Dienstag internationale Luftfahrtexperten zu einer Untersuchung der erzwungenen Landung des Ryanair-Flugzeugs in Minsk ein. Vertreter der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO), des Internationalen Luftfahrtverbands (IATA) sowie Experten der EU und der US-Behörden sollten die Umstände der Ereignisse vom Sonntag prüfen, teilte das Verkehrsministerium mit. (mit dpa)