Trump-Herausforderer Pete Buttigieg.
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WashingtonDie Präsidentschaftsvorwahlen der US-Demokraten gehen am kommenden Dienstag in die heiße Phase: Am "Super Tuesday" wird in gleich 14 Bundesstaaten gewählt. Die Nachrichtenagentur AFP gibt einen Überblick über die wichtigsten Bewerber:

Bernie Sanders: Der streitbare linksgerichtete Senator ist inzwischen Favorit im Präsidentschaftsrennen. Der 78-Jährige landete in den bisherigen Vorwahlen vorn und führt die landesweiten Umfragen klar an. Mit seinem dezidiert linken Wahlprogramm ist "Bernie" ein Idol für viele junge Wähler. Der selbsternannte demokratische Sozialist verspricht die "politische Revolution", will eine gesetzliche Krankenversicherung für alle, eine Reichensteuer und strengere Regeln für die Wall Street.

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Bei vielen Demokraten stößt das Nicht-Parteimitglied Sanders, das sich 2016 ein furioses Vorwahlrennen mit Hillary Clinton geliefert hatte, aber auf heftige Ablehnung. Viele fürchten, dass der Senator aus Vermont mit seinen Positionen Wähler der Mitte vergraulen und bei der Präsidentschaftswahl gegen Amtsinhaber Donald Trump untergehen würde. Trump bezeichnet Sanders als "Kommunisten" - eine Rhetorik der Angstmache, die bei vielen Wählern ziehen könnte.

Favorit mit schlechten Vorwahl-Ergebnissen

Joe Biden: Der frühere Vizepräsident galt lange Zeit als Favorit, schnitt bei den ersten Vorwahlen aber miserabel ab. Jetzt kämpft der 77-jährige Mitte-Politiker ums politische Überleben. Biden wollte mit seiner großen politischen Erfahrung und seinen acht Jahren als Vizepräsident von Barack Obama punkten. Doch bei TV-Debatten und Wahlkampfauftritten zeigte er immer wieder Schwächen und leistete sich Aussetzer und Versprecher.

Biden hofft vor dem Super-Dienstag auf einen Erfolg im Südstaat South Carolina, wo am Samstag gewählt wird. Dort ist der Ex-Vizepräsident wegen seines starken Rückhalts unter Afroamerikanern Favorit.

Michael Bloomberg: Der Medienmilliardär und frühere New Yorker Bürgermeister hat die bisherigen Vorwahlen ausgelassen und steigt jetzt zum Super-Dienstag ins Rennen ein. Der 78-Jährige hatte seine Kandidatur erst spät verkündet, machte dies aber mit einer wahren Flut an Wahlwerbung wieder wett. Der Gründer der Finanznachrichtenagentur Bloomberg - mit einem Vermögen von mehr als 60 Milliarden Dollar einer der reichsten Menschen der Welt - hat hunderte Millionen aus seiner Privatschatulle in den Wahlkampf gesteckt und in landesweiten Umfragen Platz drei erobert.

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Dafür wird er von vielen Demokraten offen angefeindet: Sie werfen dem Vertreter der politischen Mitte und früheren Republikaner vor, sich die Präsidentschaft erkaufen zu wollen. Bei den jüngsten TV-Debatten geriet Bloomberg unter Beschuss und machte keine gute Figur.

Kampf gegen die Korruption

Elizabeth Warren: Die 70-jährige Senatorin ist eine wortgewaltige Vertreterin des linken Demokraten-Flügels. Die frühere Jura-Professorin hat sich den Kampf gegen die Korruption auf die Fahnen geschrieben und will die Macht von Großkonzernen beschneiden. Sie beeindruckt im Wahlkampf mit detaillierten Politik-Vorschlägen und großer Sachkenntnis. Ihr Problem: Bislang kommt die Senatorin nicht an Sanders vorbei, der ähnliche Positionen vertritt wie sie und linke Wähler elektrisiert. Zuletzt konnte sie mit pointierten Verbalattacken auf Bloomberg punkten.

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Pete Buttigieg: 38 Jahre, offen schwul, lange Zeit kaum bekannt und mit einem Nachnamen, den viele US-Wähler immer noch nicht aussprechen können: Der frühere Bürgermeister der 100.000-Einwohner-Stadt South Bend im Bundesstaat Indiana ist die große Überraschung im Präsidentschaftsrennen. Der Politik-Jungstar, der auf eine pragmatische Politik der Mitte setzt, schnitt bei den ersten beiden Vorwahlen sehr gut ab. Landesweit sehen Meinungsforscher ihn aber nur auf Platz fünf.

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Kritiker werfen Buttigieg mangelnde politische Erfahrung vor. Und viele haben Zweifel, dass ein homosexueller Politiker Chancen auf das Präsidentenamt hat.

Amy Klobuchar: Die 59-jährige Senatorin gilt als bodenständige Vertreterin der politischen Mitte, die unter anderem im umkämpften Mittleren Westen punkten könnte. Bei der Vorwahl im Bundesstaat New Hampshire erzielte sie einen überraschenden und respektablen dritten Platz. Neben den anderen Mitte-Politikern Biden, Bloomberg und Buttigieg gilt sie aber als letztlich chancenlos.