Russlands Präsident Wladimir Putin hat möglicherweise einen Besuch in einem Militärkrankenhaus in Moskau stellen lassen. Der Verdacht kam auf, nachdem das Bild von einem estnischen Faktenchecker überprüft wurde. Adam Rang fand heraus, dass einer der Männer auf den vom russischen Staatsfernsehen verbreiteten Bildern starke Ähnlichkeit mit einem Mann aus einem früheren Putin-Besuch in einer anderen Einrichtung hatte.

Putin soll in dem Krankenhaus angeblich verletzte Soldaten besucht haben, die beim russischen Angriff auf die Ukraine verwundet wurden. Auf den Bildern stehen die angeblichen Verwundeten jedoch in Reih und Glied vor Putin. Keiner von ihnen hat sichtbare Verletzungen oder Amputationen.

Den Verdacht einer Inszenierung verstärken zudem Bilder von Putin, wie er einem der angeblichen Soldaten die Hand schüttelt. Kurz nach dem Besuch veröffentlichte der Aktivist Rang im Internet ältere Propagandabilder aus Russland. Auf denen ist bei einem Besuch Putins in einer Fabrik im russischen Tscheljabinsk ein Mann zu sehen, der einem der angeblichen Soldaten aus dem Militärkrankenhaus verdächtig ähnlich sieht. Der Verdacht lautet, dass Putin möglicherweise Personal für die Auftritte nutzt, um sich von anderen Personen abzuschirmen.

Es tauchen immer wieder ähnliche Personen bei Putins Besuchen auf

Der Vorwurf reiht sich in eine Serie von ähnlichen Bildern ein. Immer wieder tauchen Fotos auf, auf denen Personen bei mehreren von Putins Besuchen zu sehen sein sollen. So gibt es weitere Bilder, die dieselbe Frau vor einer Kirche und bei einem Lagerfeuer zeigen sollen, ebenfalls an unterschiedlichen Orten.

Der Besuch soll laut offizieller Darstellung Putins erster Besuch bei Verwundeten gewesen sein. Laut einem Bericht des Kreml wollte Putin die Soldaten besuchen, die im Krieg gegen die Ukraine verletzt wurden. „Er besucht sie und unterhält sich mit ihnen“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow laut der Nachrichtenagentur Interfax. „Der Präsident interessiert sich ständig für das Thema, wie diejenigen versorgt werden, die während der militärischen Spezialoperation verletzt wurden - und er kontrolliert das auch“, sagte Peskow. In Moskau wird der Krieg gegen die Ukraine offiziell weiter nur als „militärische Spezial-Operation“ bezeichnet. Der ukrainische Präsident Selenskij hatte in einem Krankenhaus bereits zuvor verwundete Soldaten und Zivilisten besucht, die bei dem Krieg Russlands in der Ukraine verletzt worden waren.