Sie wurde im Iran geboren, ist Juristin und einst gehörte Felor Badenberg zum engeren Kreis des ehemaligen Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen. Jetzt ist die Kölnerin an die Spitze des Verfassungsschutzes gerückt – als Vizepräsidentin soll sie den Kampf gegen rechts verstärken. Badenberg ist die Wunschkandidatin von Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD), die seit Amtsantritt verstärkt gegen Rechtsextremismus und -terrorismus in Deutschland vorgehen will.

Badenberg ist nicht neu in der Behörde – sie ist seit 2006 beim Verfassungsschutz. Zunächst arbeitete sie in der Abteilung Auslandsbezogener Extremismus, später in der Personalverwaltung. Als Maaßen 2011 gerade neu als Präsident ins Bundesamt für Verfassungsschutz gekommen war, musste sie viele altgediente, aber durch dubiose Vorgänge belastete Geheimdienstler entlassen. Maaßen holte sie danach in seinen engeren Kreis.

Starke Nerven habe sie, heißt es über die 45-Jährige, die künftig gemeinsam mit dem anderen Vizepräsidenten des Bundesamts, Sinan Selen, und Präsident Thomas Haldenwang an der Spitze steht. Als 2015 eine mysteriöse Hackerattacke auf den Bundestag zeigte, wie miserabel der Staat gegen digitale Angriffe geschützt war, erhielt sie den Auftrag, die Einheit für Cyberabwehr zu übernehmen. Sie räumte in dem Ressort mächtig auf, heißt es. Und schaffte es, den bis dahin in digitalen Dingen wenig ernst zu nehmenden Verfassungsschutz im internationalen Geheimdienstgeschäft respektabel zu machen. Seit Januar 2020 leitete Badenberg die Abteilung für Rechtsextremismus und -terrorismus. Daher fiel die Wahl jetzt auch auf sie, als erste Frau mit an der Spitze des Verfassungsschutzes zu stehen.

Badenberg, die 1975 in Teheran geboren wurde und im Alter von zwölf Jahren mit ihren Eltern nach Köln gekommen ist, muss für ihre Karriere beim Verfassungsschutz aber auch einen hohen Preis zahlen. Wer beim Inlandsgeheimdienst arbeitet, darf nicht mehr privat in den Iran reisen.