Berlin - Die Szene der Reichsbürger und so genannten Selbstverwalter wächst in Deutschland außerordentlich stark. Das ergibt sich aus dem Verfassungsschutzbericht für das Jahr 2017, den Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen am Dienstag in Berlin vorstellten. Demnach stieg die Zahl der Reichsbürger und Selbstverwalter von 2016 bis 2017 von 10000 auf 16500. In diesem Jahr sind nach Recherchen des Verfassungsschutzes weitere 1500 hinzugekommen. Ein Ende dieser Entwicklung ist nach Maaßens Worten derzeit noch nicht abzusehen.

Reichsbürger und Selbstverwalter sind Menschen, die die Existenz der Bundesrepublik Deutschland nicht anerkennen, deshalb Verwaltungsentscheidungen oft nicht akzeptieren und teilweise so weit gehen, Polizisten und andere Staatsbedienstete anzugreifen. Die Mehrzahl von ihnen ist männlich und über 40 Jahre alt. Nicht wenige sind psychisch labil. Zwar gelten bislang lediglich 900 der 18000 Mitglieder der Szene als manifest rechtsextremistisch. Allerdings haben sie laut Maaßen allesamt mit den Rechtsextremisten eine starke Affinität zu Waffen gemein und seien auch bereit, sie „für schwerste Gewalttaten einzusetzen“. Sowohl Seehofer als auch Maaßen drängten darum darauf, im Rahmen des gesetzlich Möglichen möglichst viele dieser Waffen einzuziehen.

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