Demonstranten in Indien fordern die Hinrichtung von Vergewaltigern. Am Freitag wurden vier gehängt.
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BerlinAngesichts der sich weiter überschlagenden Epidemie-Meldungen wird es diese Nachricht kaum ins Bewusstsein vieler Leute schaffen: Am Freitag sind in Neu Delhi vier Vergewaltiger hingerichtet worden. Sie hatten vor sieben Jahren eine junge Studentin in einem Bus brutal missbraucht und danach aus dem Fahrzeug geworfen. Die Frau starb später an ihren Verletzungen. Ihr Freund, der ihr vergeblich zur Hilfe kam, überlebte schwer verletzt.

Die Tat hatte damals auch bei uns Schlagzeilen gemacht. Auch, weil sie auf ein grundlegendes Problem in Indien aufmerksam machte. Die allgegenwärtige Gewalt gegen Frauen in diesem Land. Die Hinrichtung war immer wieder aufgeschoben worden, doch Aktivisten ließen nicht locker. Nun wurde die Vollstreckung des Todesurteils mit Genugtuung aufgenommen. Es gibt Berichte über eine große Menschenmenge vor dem Gefängnis, die einen Countdown bis zum Vollzug hinunter zählte und danach in Jubel ausbrach.

Jubel über den Tod von Menschen – das lässt einen nicht nur hierzulande frösteln. Die Genugtuung der Mutter des Opfers, die erklärte, nun sei Gerechtigkeit geschehen, kann man vielleicht verstehen. Teilen kann man sie nicht.

Auch aus Mexiko gibt es Bilder, die verstören. Vermummte Frauen ziehen durch Städte, verwüsten Statuen und greifen Polizisten an. Von den Bürgern am Rand werden sie misstrauisch beäugt und beschimpft, aber es werden immer mehr. Warum? Weil auch dort die Gewalt gegen Frauen allgegenwärtig ist. Will man den Kreislauf aus Gewalt und Gegengewalt brechen, hilft nur eines. Mit Macht aufstehen gegen Frauenfeindlichkeit. Auch hierzulande.