Eine Schweizer Touristin ist in Indien von mehreren Männern vergewaltigt worden. Laut Polizeiangaben campierte die 39-Jährige und ihr Ehemann in einem Wald im zentralindischen Bundesstaat Madhya Pradesh, als sie am Freitagabend von etwa acht Männern überfallen und mit Stöcken zusammengeschlagen wurden. Der Partner der Schweizerin musste demnach mit ansehen, wie sich mehrere Attentäter an seiner Frau vergingen. Am Sonntag wurden fünf Männer festgenommen, wie die Beamten mitteilten. Die Männer würden derzeit befragt, sagte ein Sprecher der Leitstelle im Distrikt Datia in Zentralindien am Sonntag. "Wir haben fünf Männer festgenommen, und sie haben die Gruppenvergewaltigung und den Angriff auf den Ehemann zugegeben", sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Ein sechster Täter werde noch gesucht.

Schweizer Botschaft "zutiefst erschüttert"

Das Urlauberpaar war mit Fahrrädern auf dem Weg nach Agra, wo der berühmte Taj Mahal steht. In der Nähe der Tempelstadt Orchha hätten sie ihr Camp zum Übernachten aufgeschlagen, erklärte der Polizeipräsident des Distrikts, C. S. Solanki. Nach Aussage des Mannes überwältigten ihn die Täter, vergewaltigten seine Begleiterin und raubten ihnen Laptop, Mobiltelefone und umgerechnet etwa 140 Euro.

Die 39-Jährige Schweizerin wurde in ein Krankenhaus in der Stadt Gwalior gebracht. Nach einer ersten Untersuchung bestätigte das Hospital, dass die Frau mehrfach vergewaltigt wurde, wie der Sender NDTV berichtete. Fernsehbilder zeigten zahlreiche Polizisten, die das Waldstück durchkämmten. Laut einem lokalen Beamten wurden die Gegend weiträumig abgeriegelt. Nach Angaben eines Polizeisprechers begab sich das Paar am Sonntag auf dem Weg in die Hauptstadt Neu Delhi.

Der Schweizer Botschafter sprach mit dem Opfer und ihrem Partner und sicherte ihnen jegliche erdenkliche Hilfe zu. In einer Mitteilung hieß es, die Botschaft sei „zutiefst erschüttert“. Zunächst stünde die Gesundheit und Behandlung der Schweizerin im Vordergrund. Doch zugleich wurden die lokalen Behörden zu schnellen Ermittlungen aufgefordert. Die Täter müssten bestraft werden. (dpa)