Berlin - Die angebliche Messerattacke von Rechtsradikalen auf den Wismarer Linken-Politiker Julian Kinzel hat nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft Schwerin gar nicht stattgefunden. Sie hat deshalb ein Ermittlungsverfahren gegen den 18-Jährigen eingeleitet. Es gehe um den Verdacht auf Vortäuschung einer Straftat, sagte ein Behördensprecher am Montag in Schwerin. Dies kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden. Die Untersuchungsergebnisse ließen die Ermittler zu dem Schluss kommen, dass Kinzel den Überfall auf sich erfunden hat, so ein Sprecher.

Kinzel hatte behauptet, vor einer Woche in Wismar von drei unbekannten, der rechten Szene angehörenden Männern angegriffen worden zu sein. Sie hätten ihn als „schwule Kommunistensau“ beschimpft und mit einem Messer 17 mal auf ihn eingestochen. Nur durch seinen dicken Mantel sei er schweren Verletzungen entgangen. Daran zweifelt die Staatsanwaltschaft erheblich.

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