Vermächtnisrede: Obama ruft Europäer zu Einigkeit auf

Athen/Berlin - Barack Obama hat bei seiner letzten Rede in Europa als US-Präsident eine Demokratie ohne Abstriche beschworen. Dies gelte besonders dann, wenn Wahlergebnisse nicht so ausfallen, wie man es sich wünscht, sagte Obama gut eine Woche nach dem Wahlerfolg von Donald Trump in den USA.

Demokratie sei zwar nicht perfekt, „aber immer noch die beste Staatsform, die wir kennen“, rief Obama am Mittwoch unter tosendem Applaus in Athen. Am frühen Abend landete er an Bord der Air Force One in Berlin-Tegel. Dort steht unter anderem ein Abendessen mit der Bundeskanzlerin auf seinem Terminplan. Der US-Präsident bleibt bis Freitagmittag in Deutschland.

„Stark, wohlhabend, demokratisch“

Obama forderte die Europäer dazu auf, am historischen Projekt der europäischen Einigung festzuhalten und dieses trotz aller Probleme zu verteidigen. „Die europäische Integration und die europäische Einigung bleiben eine der größten politischen und wirtschaftlichen Leistungen der Menschheitsgeschichte“, sagte der scheidende Präsident.

„Die Welt braucht heute mehr denn je ein Europa, das stark, wohlhabend und demokratisch ist.“ In Zeiten des wiederaufkeimenden Nationalismus müssten sich allerdings alle Institutionen in Europa fragen, wie sie den Menschen das Gefühl vermitteln könnten, dass ihre Stimme gehört werde und Entscheidungen nicht über ihre Köpfe hinweg getroffen würden. (dpa, afp)