„The DNA-Journey“, ein Werbevideo von der dänischen Reisesuchmaschine „Momondo“ und der Agentur „&Co“, ist ein viraler Hit: 24 Millionen Views auf Facebook und mehr als drei Millionen auf Youtube. Aber dieser Erfolg hat einen Haken. Denn Experten bezweifeln die Echtheit des rund funfminütigen Online-Films, in dem vermeintliche Probanden von ihrer vielfältigen Herkunft erfahren.

In dem Video sind mehrere Menschen unterschiedlicher Herkunft zu sehen, die an einem zunächst nicht näher definierten Versuch teilnehmen. Vor zwei Wissenschaftlern geben sie an, dass sie sehr heimatverbunden seien und dadurch viele politisch bedingte Vorurteile gegen andere Länder hätten.

Der Brite, der Deutsche nicht mag

So gibt es den Briten, der Deutsche nicht mag, die Kurdin, die die türkische Regierung hasst und den Bangladeschi, der wegen der nationalen Konflikte Probleme mit Indern und Pakistanern hat. Was sie alle gemein haben, ist die Annahme, dass sie aufgrund ihrer Herkunft besser sind als Menschen anderer Länder.

Als sie nach einer zweiwöchigen Laborzeit mit den Ergebnissen eines DNA-Labortests konfrontiert werden, ändert sich die Überzeugung der Probanden drastisch. Denn der Test fördert ihre vielfältige Abstammung zu Tage und löst große Emotionen bei den Teilnehmern aus.

Trotz dieser schönen Szenen haftet der Vorwurf einiger Experten, dass das Video unecht sei, hartnäckig an Momondo. Dazu passt auch ein Bericht der „Copenhagen Post”, in dem zwei Probanden als Schauspieler identifiziert werden.

Gegenüber der Internet-Plattform „Horizon” hat Momondo allerdings die Echtheit des Films bekräftigt. Demnach seien „weder der Text der Teilnehmener, noch ihre Gedanken oder Gefühle von einem Drehbuch vorgegeben gewesen”. So soll der Zuschauer „Zeuge echter Gefühlsausdrücke der Menschen, die sich auf ihre persönliche DNA-Reise begeben”, sein. (jr)