Rentenerhöhung klingt erst mal gut. Und dann steigen die Renten zum ersten Juli auch noch deutlich. Es sei die größte Rentenerhöhung seit 30 Jahren, war aus dem Bundesarbeitsministerium am Mittwoch zu hören. Im Westen gilt das sogar für die letzten 40 Jahre. Das alles klingt in den Ohren der etwa 21 Millionen Rentner in Deutschland sicherlich erst mal gut. Wenn nur die wirtschaftliche Lage nicht wäre.

Tatsächlich liegt die Inflationsrate gerade noch höher. Alles wird teurer – Waren und Dienstleistungen aller Art. Zur Anschauung reicht der Wocheneinkauf. Die Preise haben sich in den vergangenen Wochen derart erhöht, dass „spürbar“ eine Untertreibung wäre.

Steigende Energiekosten fressen Rentenerhöhung auf

Dazu kommen die hohen Kosten für die Energie. Der Gang zum Briefkasten gelingt nicht mehr unbeschwert. Vielleicht liegt wieder eine Preiserhöhung für Strom oder Gas drin. Dabei waren diese Preise ja gerade bereits erhöht worden. Hier sind die Folgen des Krieges in der Ukraine zurzeit am stärksten zu spüren.

Die Rentenerhöhung wird also aufgefressen werden von den steigenden Kosten. Das ist sicher und insofern gibt es für die Rentner ganz sicher keinen Grund zum Jubeln. Das ist allerdings ein Schicksal, das die Ältesten in unserer Gesellschaft mit allen anderen teilen. Sie müssen sich immerhin akut keine Sorgen machen, sollten die Löhne aufgrund der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung sinken. Die Rentengarantie schützt sie davor, dass ihre Renten dann ebenfalls sinken.

Das ist vielleicht nur ein schwacher Trost und in Anbetracht der Ankündigung einer Rekorderhöhung bei den Renten auch bitter. Grund zum Weinen ist es aber nicht. Die gesetzliche Rente funktioniere trotz der Herausforderungen, vor denen wir gerade stehen, sehr gut, sagte der Bundesarbeitsminister Hubertus Heil. Da hat er recht.