Köln - Die Hamas hat vor der Küste von Gaza einen Delfin gefangen, der für Israel spioniert haben soll. Das berichtet die palästinensische Tageszeitung "al-Quds". Demnach soll das Tier einem Marinekommando der Hamas bereits vor einigen Wochen aufgefallen sein, weil es "verdächtige Bewegungen" gemacht habe. Zudem habe der Säuger eine Kamera sowie andere Spionageausrüstung getragen, mit der über Fernsteuerung kleine, aber durchaus tödliche Pfeile abgefeuert werden könnten. Taucher der Hamas hätten das Tier schließlich verfolgt und zur Küste gebracht.

Nach Angaben der Hamas wollte Israel mit Hilfe des Delfins eine Marineübung der radikalen Palästinenser-Organisation vor der Küste des Gaza-Streifens überwachen. Israel hat sich zu den Vorwürfen bislang nicht geäußert.

Es ist nicht das erste Mal, dass im Nahost-Konflikt Tiere unter Spionageverdacht geraten. Im Jahr 2012 soll im Sudan einen Adler gefangen worden sein, der für den israelischen Mossad Aufklärung betrieben habe, berichtet die "Times of Israel". Zwei Jahre zuvor hatte ein ägyptischer Offizieller Israel vorgeworfen, Haie ins Rote Meer geschickt zu haben, um am Strand von Scharm el-Scheich gezielt Jagd auf Touristen zu machen.

Wie die "New York Post" berichtet, betreiben auch die USA ein eigenes Spionageprogramm für Meerestiere. Seit 1960 sollen 85 Delfine und 50 Seelöwen für das Militär im Einsatz gewesen sein, um Minen zu entdecken oder feindliche Schwimmer aufzuspüren. Die Basis des 14 Millionen Dollar schweren Programms soll sich in San Diego befinden. (ccp)