Polizeiauto statt Festumzug: Am Montag war ein Mann mit seinem Auto in einen Karnevalsumzug gerast und hatte dabei zahlreiche Menschen, darunter auch Kinder, verletzt.
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Volkmarsen - Einen Tag nach der folgenschweren Fahrt eines Autos in eine Gruppe von Besuchern beim Rosenmontagszug im nordhessischen Volkmarsen ist gegen den Autofahrer Untersuchungshaft angeordnet worden. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur am Dienstagabend. Ihm werden laut Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt versuchter Mord, gefährliche Körperverletzung und gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr vorgeworfen.

Das Motiv des Fahrers ist jedoch weiter unklar. Alkoholisiert sei der 29-jährige Deutsche nicht gewesen, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main der Nachrichtenagentur AFP. Ob der Fahrer andere Drogen genommen hatte, war aber noch nicht bekannt. Die Zahl der Verletzten wurde auf 60 korrigiert, darunter seien 18 Kinder.

Der Mann aus Volkmarsen war am Montag offenbar mit hoher Geschwindigkeit in den Rosenmontagszug gefahren. Das hessische Innenministerium schloss einen Anschlag nicht aus. 

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Insgesamt befanden sich am Dienstagmorgen noch 35 Menschen in stationärer Behandlung im Krankenhaus, wie die Polizei in Kassel mitteilte. 17 weitere Menschen wurden demnach ambulant behandelt und konnten das Krankenhaus verlassen.

Fahrer weiter nicht vernehmungsfähig

Auch am Dienstag war der Fahrer noch nicht vernehmungsfähig, wie ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft der Nachrichtenagentur AFP sagte. "Wir konzentrieren uns auf sein Umfeld", sagte er zu den Ermittlungen. Demnach würden nun die Kontakte sowie das bisherige Leben des 29-Jährigen untersucht. Die Ermittlungen sollen demnach aktuell nicht von der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe übernommen werden, die unter anderem terroristische Straftaten verfolgt.

Zunächst hatte es am Montag geheißen, rund 30 Menschen seien verletzt worden - die Zahl wurden am Dienstag deutlich nach oben auf 61 Verletzte korrigiert. Der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft sagte, die Opfer seien zwischen zwei und 85 Jahre alt. Zur Schwere der Verletzungen machte er noch keine Angaben - klar war aber, dass es Schwerverletzte gab. Auch 21 Kinder im Alter von bis zu 14 Jahren wurden demnach verletzt.

Demnach nahmen Ermittler nach dem Vorfall am Montag einen weiteren Mann wegen der Anfertigung sogenannter Gafferaufnahmen der Tat fest. Ob eine Verbindung zu dem Fahrer besteht, wird den Ermittlern zufolge noch geprüft.

Polizei verstärkt Präsenz bei den Veranstaltungen

Am Montag waren sämtliche Rosenmontagszüge in Hessen infolge des Vorfalls abgebrochen worden. Am Dienstag erklärte das Innenministerium in Wiesbaden, es lägen keine konkreten Hinweise vor, dass Faschingsumzüge an jenem Tag gefährdet seien.

Dennoch werde die Polizei "eine deutlich stärkere Präsenz bei den Veranstaltungen zeigen". Ob einzelne Veranstaltungen abgesagt werden, entscheiden demnach die Entscheidungsträger vor Ort.

Der Vorfall erregte deutschlandweit Aufsehen. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) zeigte sich erschüttert, auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) reagierte bestürzt.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zeigte sich am Dienstag bestürzt. "Der schreckliche Vorfall in Volkmarsen hat mich tief erschüttert", schrieb er bei Facebook. Den Verletzten sandte er "herzliche Genesungswünsche".