Maskenpflicht im Einzelhandel.

Foto: Berliner Zeitung/Markus Wächter

BerlinDer Vorschlag von Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU), die Maskenpflicht im Einzelhandel abzuschaffen, stößt überwiegend auf Ablehnung.

Die Regierung in Mecklenburg-Vorpommern reagierte am Montag verhalten auf den Vorstoß ihres Wirtschaftsministers. „Die Landesregierung hat gerade erst am Dienstag die Mund-Nasenschutzpflicht in Mecklenburg-Vorpommern bis August verlängert, weil sie wichtigen Schutz bietet“, hieß es in einer Stellungnahme der Staatskanzlei in Schwerin am Montag. „Der Wirtschaftsminister hat den Auftrag, gemeinsam mit der Branche, den Sozialpartnern, Medizinern und den Kommunen Gespräche darüber zu führen, ob und wo es Erleichterungen bei der Mund-Nasenschutzpflicht in einzelnen Bereichen des Einzelhandels geben kann.“ Erst wenn die Vorschläge aus diesen Gesprächen vorlägen, könnten entsprechende Entscheidungen getroffen werden. 

Das Kabinett in Schwerin tritt am 4. August zu einer Sitzung zusammen. 

Glawe hatte in der Welt am Sonntag angeregt, die Maskenpflicht im Einzelhandel zu beenden. „Wenn das Infektionsgeschehen so gering bleibt, sehe ich keinen Grund, länger an der Maskenpflicht im Handel festzuhalten“, sagte Glawe der Zeitung. Mecklenburg-Vorpommern weist im bundesweiten Vergleich mit Abstand die geringste Anzahl von Corona-Infektionen auf. Am Montag meldete das Robert-Koch-Institut für das gesamte Bundesland 804 Infektionsfälle. Damit gibt es in Mecklenburg-Vorpommern nur halb so viele nachgewiesene Corona-Infektionen wie in Bremen, wo die zweitniedrigste Infektionszahl gemeldet wurde.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) warnte dennoch davor, die Maskenpflicht zu schnell zu lockern. Er verstehe die Ungeduld, sagte der Minister im Deutschlandfunk. Besonders in geschlossenen Räumen könnten Alltagsmasken aber nach wie vor einen Unterschied machen, um sich und vor allem, um andere zu schützen.“ 

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erteilte einer Abschaffung der coronabedingten Maskenpflicht in Geschäften am Montag eine klare Absage. „Überall dort, wo im öffentlichen Leben der Mindestabstand nicht gewährleistet sein kann, sind Masken ein wichtiges und aus heutiger Sicht auch weiter unverzichtbares Mittel“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Dies sei nötig, um die Infektionszahlen niedrig zu halten und um die Mitmenschen und sich selbst zu schützen. „Also: Ob im Bus, in der U-Bahn oder im Einzelhandel soll es bei der Pflicht bleiben, Masken zu tragen.“

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Glawe ist nicht der einzige, der die Maskenpflicht zunehmend infrage stellt. So hatte auch Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) zunächst eine Lockerung favorisiert, seine Position am Montag aber wieder relativiert.

Im Laufe des Tages sprachen sich  immer mehr Bundesländer gegen ein Ende der Pflicht zur Mund-Nasen-Bedeckung aus. „Das Tragen einer Alltagsmaske hilft die Ansteckungsgefahr zu verringern“, teilte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) in Mainz mit. Eine Sprecherin der Regierung in Baden-Württemberg erklärte: „Die Maskenpflicht bleibt ein zentraler Bestandteil unserer Strategie.“

Bayern und Nordrhein-Westfalen wiesen eine Lockerung der Maskenpflicht ebenfalls zurück. „Die Maskenpflicht bleibt bestehen“, schrieb Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) auf Twitter. „Wir setzen unseren Kurs von Vorsicht und Umsicht fort, um Risikogruppen zu schützen. Corona ist noch nicht vorbei.“ Sein Amtskollege Armin Laschet (CDU) aus NRW signalisierte: „Die Maskenpflicht bleibt.“

Auch Berlin will an der Maskenpflicht im Handel festhalten, ebenso wie Brandenburg, Schleswig-Holstein und Hamburg.