Berlin - Wählen queere Menschen völlig anders als andere Wahlberechtigte? Diesen Eindruck hinterlässt eine Studie der Justus-Liebig-Universität Gießen. Gerade einmal 3,2 Prozent schwuler, bisexueller oder transidenter Wähler würden ihr zufolge derzeit die Union wählen, auch die SPD scheint ihren aktuellen Höhenflug nicht gerade queeren Menschen zu verdanken: 9,1 Prozent liegen deutlich unter dem, was Demoskopen derzeit Sozialdemokraten insgesamt zutrauen.

Die Enttäuschung über die Große Koalition, sie sitzt tief in der Queer-Community. Die Politologin Dorothée de Nève begründet dies unter anderem mit der Ablehnung der Regierungsparteien, das obsolete Transsexuellengesetz abzuschaffen. Das hatten in der nun auslaufenden Legislatur Grüne und FDP gefordert. Gesetzentwürfe beider Parteien für ein Selbstbestimmungsgesetz fanden im Parlament keine Mehrheit. Trotz ihrer Abstimmungsniederlage würde eine absolute Mehrheit queerer Menschen die Grünen wählen, so die Studie. Der FDP schreibt sie dagegen nur 7,1 Prozent zu, deutlich weniger als aktuelle Bundestags-Wahlprognosen.

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