Der mutmaßliche Täter ist 15 Jahre alt. An seiner High School in Michigan soll er drei Mitschüler getötet, acht weitere Personen verletzt haben. Bei CNN laufen Videos vom Tatort: Verbarrikadierte Klassenzimmer, in einer Tür klafft ein Einschussloch, das Schulgebäude ist von Polizisten umstellt. Man kennt diese Bilder nur zu gut, genauso wie die danach üblichen Reflexe: Beileidsbekundungen von höchster politischer Stelle, Forderungen nach strengeren Waffengesetzen.

Doch Amerika bekommt dieses Problem einfach nicht in den Griff. Allein in diesem Jahr gab es schon 28 Schießereien an US-Schulen mit Verletzungen oder Todesfällen. Die Opferzahl in Michigan setzt den bisherigen traurigen Höchststand. Zwei Mädchen, 14 und 17 Jahre alt, kommen nie mehr nach Hause, auch den Eltern eines 16-jährigen Jungen bleibt nichts als Trauer. Die Waffe, durch die die Jugendlichen ums Leben kamen, hatte der Vater des Todesschützen erst vor ein paar Tagen legal erworben.

Wie war es nach dem Amoklauf an der Columbine High School 1999, als 13 Menschen starben? Kritik gab es damals genug an der mangelhaften Waffenkontrolle im Land, die es minderjährigen Tätern ermöglicht, ohne größere Hürden an Schusswaffen zu gelangen. Landesweit wurden mehr als 800 Gesetzesentwürfe zur Verschärfung des Waffenrechts eingebracht – aber nur zehn Prozent waren erfolgreich. Auf Bundesebene scheiterten sämtliche Gesetzesentwürfe im Kongress.

In der Regel wird dieses Scheitern an den Republikanern und der mächtigen Waffenlobby festgemacht. Doch auch der demokratische Präsident Joe Biden, der sich im Wahlkampf für schärfere Gesetze starkmachte, bleibt bislang konkrete Ergebnisse schuldig.