Die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht hat sich in einer Twitter-Videobotschaft an ihre Followerinnen und Follower gewandt. Am Anfang des Videos aus der Serie „Bessere Zeiten“, in dem sie sich mit dem Krieg in der Ukraine auseinandersetzt, bekennt sie, dass sie Wladimir Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine nicht für möglich gehalten hätte. Sie beginnt das Video mit den Worten: „Ich muss ehrlich sagen... Bei allem, was man fürchten musste an Eskalationen, auch an Kriegsgefahr – das lag in der Luft: Dass Putin so weit gehen würde, dass das passieren würde, was jetzt passiert ist, habe ich mir ehrlich gesagt so nicht vorstellen können.“ Dann sagt sie weiter: „Und man muss ganz klar sagen: Das, was da jetzt stattfindet, ist ein barbarischer, völkerrechtswidriger Krieg, für den es keinerlei Rechtfertigung und keinerlei Entschuldigung gibt. Und der genauso zu verurteilen ist wie all die völkerrechtswidrigen Kriege, die in den zurückliegenden Jahren (...) geführt wurden.“

Wagenknecht unterschätzte die Kriegsgefahr

Sahra Wagenknecht warnt vor der Gefahr eines Dritten Weltkriegs und plädiert dafür, diese Gefahr schnell zu bannen. Sie sei entsetzt gewesen, als sie von dem russischen Angriffskrieg erfahren habe. In dem weiteren Beitrag beschuldigt die Politikerin den Westen, Putin zu jenem aggressiven Putin gemacht zu haben, der jetzt bereit sei, das Völkerrecht zu brechen und in den Krieg zu ziehen. Ihr Vorwurf: Der Westen habe die ausgestreckte Hand der Russen nicht angenommen und die Entfremdung zwischen Russland und der westlichen Welt vorangetrieben. Auch die Nato-Osterweiterung bezeichnet sie als Fehler. Statt Wandel durch Annäherung habe der Westen eine Strategie des Wandels durch Konfrontation gewählt. Diese Entwicklung bezeichnet Wagenknecht als „fatal“.

Sahra Wagenknecht war in dieser Woche in die Kritik geraten, weil sie vergangene Woche in einer Talkshow von Anne Will behauptet hatte, ein Angriff Wladimir Putins gegen die Ukraine sei nicht zu befürchten. „Russland hat faktisch kein Interesse, einzumarschieren“, sagte Wagenknecht. „Das ist eine Situation, die für Russland bedrohlich ist.“ Sie wies darauf hin, dass die Aggressivität von den USA ausgehe, die einen Einmarsch herbeireden wollten.