Viele Astrazeneca-Impfdosen stehen bereit, doch verimpft wurden sie noch nicht. Die Gründe können vielfältig wie banal sein. So wie im Saarland, dort polterte die Gesundheitsministerin gegen die angeblich nicht impfwillige Ärzteschaft, dabei stellte sich heraus, dass die Einladungen die Menschen gar nicht erreicht haben.

Andererseits haben Meldungen eine Skepsis gegenüber dem britisch-schwedischen Impfstoff befördert. Südafrika stoppt die Impfkampagne, weil der Impfstoff nicht gegen die südafrikanische Mutation wirkt, Krankenhäuser setzen Impfungen aus, weil sich zu viel Personal krankmeldet.

Und während die Europäische Arzneimittelbehörde den Impfstoff für alle Erwachsenen freigegeben hat, empfiehlt die ständige Impfkommission, nur Menschen bis 64 Jahre damit zu impfen, da für höhere Altersklassen die Daten fehlen. In Großbritannien hingegen wird er an alle verimpft. Dringend notwendig sind somit verlässliche Daten, um den Impfstoff auch hier für alte Menschen zuzulassen.

Jeder geprüfte und zugelassene Impfstoff ist besser als kein Impfstoff. Das ist wahr. Es wäre aber auch gut, wenn sich die Menschen aussuchen dürften, welchen Impfstoff sie verabreicht bekommen wollen. Denn obwohl die meisten Menschen Laien auf dem Gebiet der Impfstoffherstellung und Wirkungsweise sind, könnte die eigene Entscheidung die Impfbereitschaft massiv erhöhen, weil sie eben mal nicht – wie schon oft in der Pandemie – überrumpelt und bevormundet würden. Wer Vorbehalte gegenüber den neuartigen mRNA-Impfstoffen hat, könnte sich dann für Astrazeneca entscheiden.

Auch eine „Freiwillige vor“-Methode wäre ein Weg zur höheren Impfbereitschaft. Viele Menschen warten auf ihre Impfung, nur sind sie noch nicht an der Reihe. Während die Zögernden mehr Zeit bekämen, würde es die Impfwilligen freuen.