Er will die Wiederwahl von US-Präsident Barack Obama verhindern. Koste es, was es wolle. Das darf man im Falle Sheldon Adelsons ausnahmsweise einmal wörtlich nehmen. Der Casinokönig von Las Vegas ist ein Multimilliardär, den zehn Millionen Dollar mehr oder weniger ungefähr genau so kratzen wie unsereinen die Kosten für, sagen wir, Peanuts. Und zehn Millionen Dollar sind es, die Adelson jetzt ausgegeben hat – für die Unterstützung von Mitt Romney, der für die Republikaner im November ins Weiße Haus einziehen will. Das macht Adelson zum bislang größten Einzelspender im US-Wahlkampf.

Die konservative Sache liegt dem 79 Jahre alten Adelson aus eigennützigen Motiven sehr am Herzen. Früher einmal war der Sohn jüdischer Einwanderer aus dem Russischen Reich durchaus den Demokraten zugeneigt. Aber das nahm in dem Maße ab, in dem sein Konto dick und dicker wurde und seine Konflikte mit Gewerkschaften schärfer wurden. Im Februar dieses Jahres etwa sagte Adelson dem Magazin Forbes, er fürchte sich davor, dass Obamas Wirtschaftspolitik fortgesetzt werden könnte. „Die Umverteilung von Reichtum ist der Weg zu mehr Sozialismus“, behauptete er.

Angst der Reichen, ärmer zu werden

Einer der reichsten Männer Amerikas hat offenbar ernsthaft Sorge zu verarmen. Also macht er Geld locker, um das zu verhindern. Das ist nur konsequent. 25 Millionen Dollar, so heißt es, habe Adelson in die Entwicklung der Präsidentschaftskarriere von Newt Gingrich gesteckt. Allein: Es entwickelte sich nichts, aber auch gar nichts. Der Populist Gingrich schied schmählich aus dem Vorwahlkampf der US-Konservativen aus. Nicht einmal sein Versprechen, den Benzinpreis auf 2,50 Dollar pro Gallone zu senken, wollten ihm die Anhänger der Republikaner abnehmen.

Nun soll es Romney richten. Den Mormonen hält Adelson zwar für schwächer als Gingrich. Doch der Spielcasino-Betreiber hat Realitätssinn. Es gibt nur noch Romney, der Obama verhindern kann. Also bekommt Romney jetzt Adelsons Geld. Indirekt natürlich nur, weil die strengen US-Gesetze Spenden an eine Einzelperson auf 2500 Dollar beschränken. Dafür aber aber gibt es in diesem Wahlkampf die sogenannten Super-PACs – Unterstützungsvereine der Kandidaten, die Geld in jeder Höhe annehmen dürfen. Legal.

Adelsons Scheck kommt zu einem Zeitpunkt, der für Obamas Wahlkampf gar nicht schlechter sein könnte. Im vergangenen Monat hat Romney zum ersten Mal mehr Spenden eingetrieben als der Amtsinhaber. Dank Adelsons generöser Gabe dürfte sich das in diesem Monat wiederholen. Die Geldschlacht läuft – momentan mit Vorteilen für die Republikaner.