Beim Pitch der Jungen Union bekamen Armin Laschet, Norbert Röttgen und Friedrich Merz die Gelegenheit, ihre jeweilige Agenda abzuspulen. Diskutiert wurde nicht.
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BerlinWer sich vom Pitch der Jungen Union einen packenden Kampf dreier Kandidaten um den CDU-Vorsitz versprochen hat, wurde am Samstagabend enttäuscht. Armin Laschet, Norbert Röttgen und Friedrich Merz antworteten einer nach dem anderen auf die Fragen der Parteijugend zu Zukunftsthemen wie Bildung, Digitalisierung oder Klima. Die Junge Union gab damit jedem der drei Politiker die Gelegenheit, sein eigenes Programm abzuspulen. Ein fataler Fehler.

Aufgrund des Formats wurden Unterschiede, wenn überhaupt, nur in Nuancen sichtbar. In vielen Punkten herrschte große Einigkeit. So machten sich Laschet, Röttgen und Merz unisono für ein Digitalministerium auf Bundesebene stark, um die Digitalisierung der Verwaltung voranzutreiben.

Es brauche eine nationale Kraftanstrengung von Bund, Ländern, Kommunen, der Wirtschaft und den Universitäten, um das Land zu digitalisieren, meinte beispielsweise Norbert Röttgen. Welche Maßnahmen damit verbunden sein werden, erklärte er nicht. Doch nicht nur Röttgen versteckte sich hinter Allgemeinplätzen. Laschet und Merz standen ihm  in nichts nach. Für die Mitglieder der Jungen Union ist das bedauerlich.

Immerhin sollte ihnen der Pitch die Entscheidung für einen der drei Kandidaten erleichtern. Doch zu wenig unterschieden diese sich in ihren Positionen. Und da, wo sie es taten, erzählten sie häufig nur Altbekanntes. Dass Friedrich Merz beispielsweise für ein flexibles Renteneintrittsalter wirbt, dürfte den meisten nicht neu gewesen sein.

Die Junge Union hatte die große Chance, eine echte Diskussion zwischen Laschet, Röttgen und Merz in Gang zu setzen, die das Profil der drei Kandidaten geschärft hätte. So wäre der Pitch zu einer wirklichen Entscheidungshilfe geworden. Stattdessen entschieden sich die Verantwortlichen für die mutlose Variante. Mehr als schade.