BerlinVier Menschen wurden getötet, mehr als 15 verletzt: Das ist die bisherige traurige Bilanz des islamistischen Terroranschlags in der Wiener Innenstadt am Montagabend. Der mutmaßliche Täter – bewaffnet mit einem automatischen Sturmgewehr, einer Pistole und einer Machete – wurde noch in der Nacht von den Sicherheitskräften erschossen. Der Tat von Wien ist eine Reihe islamistischer Terroranschläge in Frankreich vorausgegangen. Auch in Dresden tötete ein Islamist Anfang Oktober eine Person. Bundesjustizministerin Christine Lambrecht zeigte sich erschüttert über den Wiener Anschlag. „Wenn sich die ersten Ermittlungen bestätigen, sehen wir erneut: Der islamistische Terror ist eine akute, sehr ernste Gefahr in Europa“, sagte sie in Berlin.

Die Ursachen für islamistischen Terror sind vielschichtig. „Schaut man sich die arabische Welt an, beobachtet die muslimischen Prediger, verfolgt die Aussagen Erdogans und des iranischen Regimes, dann ist es diese Art des Diskurses, die Nachahmer motiviert“, sagte Islamexperte und Psychologe Ahmad Mansour der Berliner Zeitung noch vor dem Anschlag in Österreich. Die Hetze sei es, die kommende Anschläge erst möglich mache. „Wir haben alle die Bilder in Neukölln gesehen.“ Dort führten Demonstranten einen als Emmanuel Macron verkleideten Mann in weißem Gewand mit einem Strick durch die Sonnenallee. Der französische Präsident hatte zuvor auf der Gedenkfeier des in Paris enthaupteten Lehrers Samuel Paty angekündigt, nicht auf Karikaturen verzichten zu wollen. Gemeint sind die vom Satire-Magazin Charlie Hebdo veröffentlichten umstrittenen Mohammed-Karikaturen, die Paty im Unterricht zum Thema Meinungsfreiheit zeigte.

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