Symbolbild Grundeinkommen.
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BerlinEin bedingungsloses Grundeinkommen, wie es vom Verein „Mein Grundeinkommen“ vorangetrieben wird, ist gesellschaftlich sinnvoll, denn es würde in vielen Bereichen Chancengleichheit herstellen und zu mehr sozialer Gerechtigkeit beitragen.

Studenten bräuchten nicht länger undurchsichtige Bafög-Anträge ausfüllen. Denn ein monatliches Einkommen von 1000 bis 1200 Euro, wie häufig in der Debatte genannt, wäre ihnen sicher. Damit bekämen auch Abiturienten aus finanzschwachen Familien die Möglichkeit eines sorgenfreien Studiums. Deutschland würde auf dem Weg zu mehr Bildungsgerechtigkeit so einen großen Schritt vorankommen.

Auch Rentner, die ein Leben lang für Niedriglöhne gearbeitet haben, würden profitieren. Mit einem bedingungslosen Grundeinkommen wäre ein – oft mit Scham verbundener – Besuch bei einer Tafel nicht mehr nötig. Das Bild vom ergrauten Flaschensammler würde allmählich aus den Fußgängerzonen und Parks verschwinden. Die voraussetzungsfreie monatliche Finanzspritze stellt damit, zumindest in der Theorie, ein wirksames Mittel im Kampf gegen Altersarmut dar.

Daneben birgt sie das Potenzial, die soziale Spaltung der Gesellschaft zu überwinden, indem sie Vermögen gerechter verteilt. Laut DIW hat die Hälfte der Bevölkerung kein oder nur ein geringes Vermögen und damit keine Chance auf ein finanziell sorgenfreies Leben. Dem gegenüber konzentrieren sich 67 Prozent der Vermögen auf die oberen zehn Prozent. Sozial gerecht ist dieser Zustand nicht.

Hauptargument der Gegner des Grundeinkommens ist, dass Menschen, die bedingungslos Geld vom Staat bekämen, nicht mehr arbeiten würden. Diese Annahme ist falsch, ignoriert sie doch die sozialen Motive, einem Beruf nachzugehen.