Berlin - Eigentlich kam das Lachen von Armin Laschet doch wie bestellt. Der Kanzlerkandidat der Union feixte und juxte am Samstag vor laufenden Kameras, die Bilder zeigen ihn in einer Gruppe ausgelassen scherzender Menschen mitten im Katastrophengebiet. Laschet stand zwar im Hintergrund, während Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in getragenen Worten seine Erschütterung angesichts der Opfer darlegte, aber sein aufreizendes Grinsen drängte nach vorn. Unter dem Hashtag #Laschetlacht entstand auf Twitter schnell der allfällige Shitstorm: Der Mann verhöhnt der Leid der Menschen, ein charakterloser Politiker, der Mitgefühl nur für die anwesende Presse heuchelt.

Offenbart Laschets Lachen die allfällige, zynische Politikershow?

Tatsächlich zieht sich unser politisches Spitzenpersonal derzeit die Gummistiefel an, um bei der Überschwemmungsshow möglichst gut auszusehen: Wir kümmern uns, wir helfen, wir trösten, wir machen … Der Einwand ist hier sehr naheliegend, dass sich die Mächtigen vor Ort zwar wichtig machen und vielleicht auch den verstörten Menschen etwas Halt geben mögen, aber das unfassbare Leid doch lieber von ihrem Schreibtisch aus und mit ihrem Behördenapparat effizient bekämpfen sollten. Denn: Nicht auf Worte kommt es an, sondern auf die Taten. Vor diesem Hintergrund scheint Laschets Lachen das Vorurteil gegen die Politiker zu bestätigen: alles zynisches Pack.

Rechnen wir also mit dem Schlimmsten. Dennoch sollten wir zumindest in Erwägung ziehen, dass sich Laschet und die anderen Spaßvögel angesichts der Katastrophe an jenem Samstag vielleicht auch nur etwas Erleichterung verschafft haben. Das wäre durchaus menschlich. Verdruss bereite dagegen Laschets Einlassung, er bedaure den durch eine „Gesprächssituation entstandenen Eindruck“. Echt jetzt, nur den Eindruck? Also den Patzer in der Überschwemmungsshow? Hier der Tipp an den Politiker: Vielleicht einfach mal die Klappe halten.