Immer mehr junge Menschen gehen auf die Straße, um für den Klimaschutz zu protestieren.
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BerlinKein Thema beschäftigt uns derzeit mehr als das Klima. Greta Thunbergs Schulstreik, der UN-Klimagipfel, die Erderwärmung – die öffentliche Debatte läuft auf Hochtouren. Auch unsere Kommentatoren zeigten großes Engagement in ihren Kommentaren.

Die Woche begann mit einem Beitrag des Sozialpsychologen Harald Welzer. Dieser beschrieb die Diskrepanz zwischen dem Engagement der Jugend für den Klimawandel und dem Klimapaket der Bundesregierung. Letzteres nannte er ein „Totalversagen in Sachen Daseinsvorsorge“.

Die Schülerinnen Gwendolyn Rautenberg und Ronja Enold von der „Fridays for future“-Bewegung erklärten, die Zeit für Wandel sei da. Wenn die Politik nicht handele, handelten sie selbst. Sie wollten nachhaltig und weitsichtig denken und den Druck auf die Politik erhöhen.

BLZ/Tagesspiegel/BpB
30 Jahre Meinungsfreiheit

Vor 30 Jahren fiel die Mauer, aus der geteilten Stadt wurde ein geeintes Berlin. Gemeinsam mit dem Tagesspiegel und der Bundeszentrale für politische Bildung feiern wir die Meinungsfreiheit – mit guten Argumenten und großen Debatten. 


Die Lehrerin Vivien Meggyes forderte die Erwachsenen auf, sich den Forderungen von Greta Thunberg und der „Fridays for future“-Bewegung zu stellen. Wir säßen alle im selben Boot und zwar in einem, das dabei sei unterzugehen.

Der BUND-Klimaschutzexperte Matthias Krümmel wies darauf hin, dass der Altbaubestand Berlins mit seiner fehlenden Energieeffizienz ein großes Problem darstelle. Noch gebe es keine Antworten auf die Frage, wie Klima- und Denkmalschutz verknüpft werden könnten.


Reaktionen der Leser


Deutschland kann und sollte Vorbild sein

Klima zu retten kann nur im Rahmen Europas und der Welt erfolgen und zwar nicht mir Versprechungen und großen Reden, sondern nur durch Taten. Hier kann und sollte Deutschland durchaus Vorbild sein und das auch so in der Argumentation darstellen. Alles andere schürt Unverständnis sogar Angst vor neuen finanziellen Belastungen, die vor allem die trifft, die sowieso schon nicht viel haben. Rainer Menzel

Wir wollen nicht auf die Erde verzichten

Viele Menschen denken, sie seien vom Klimawandel nicht betroffen. Wenn im Amazonas der Regenwald abgeholzt wird, sind wir trotzdem betroffen: durch Erderwärmung, Luftverschmutzung, Flüchtlinge. Das Problem müsste ständig sichtbar sein. Andere Menschen wollen helfen, aber nehmen Klimaschutz nur als Verzicht wahr. Man sollte jetzt verzichten, damit wir später nicht auf unsere Erde verzichten müssen. Klasse 8G der Heinrich-Hertz-Schule in Hamburg via Bundeszentrale für politische Bildung

Statt eines Denkmals besser die Profitgier einschränken

Ich bin in der ehemaligen DDR geboren und somit war die DDR meine Heimat. Die BRD war hingegen für mich kapitalistisches Ausland. Mit der überstürzten Eingliederung der DDR in die BRD erlebte ich zunächst scherzhafte Veränderungen der Lebensqualität (Arbeitslosigkeit, Nichtanerkennung der beruflichen Qualifikation und Berufserfahrung, Mietsteigerungen, Angst vor Verlust der Wohnung u.ä.). Es stimmt: Die Zeit heilt viele Wunden. Es hat zwar lange gedauert, aber jetzt betrachte ich die BRD auch als meine Heimat. Schließlich, wo soll sonst meine Heimat sein?

Kann aber das viel diskutierte Denkmal über die deutsche Wiedervereinigung (die sogenannte Einheitswippe) die Heimatgefühle stärken? Bei mir nicht. Ich betrachte dieses Denkmal als symbolträchtig dafür, dass die ehemaligen DDR-Bürger verschaukelt wurden. Viele DDR-Bürger wünschten sich einen besseren Sozialismus, aber bekamen den Kapitalismus, der mit seiner Profitgier auch nicht vor den grundlegendsten Menschenrechten, wie dem Recht auf Wohnung, Gesundheit und Arbeit haltmacht. Statt dieses Denkmal zu finanzieren, sollten unsere Politiker die Profitgier durch entsprechende Gesetze einschränken. Günter Müller

Ich brauche Greta Thunberg nicht

Ich brauche keine Greta T., denn ich lebe schon immer Umweltbewusst, trenne meinen Müll, benutze Verpackungen mehrmals, gehe noch mit Netz und Stoffbeutel einkaufen, fliege nicht mit dem Flugzeug und kaufe mir nur neue Konsumgüter und Klamotten wenn sie wirklich gebraucht werden, schmeiße keine Lebensmittel weg, achte auf Verbrauch von Strom und Heizung im Haus, gehe nicht in Fastfood Restaurants, habe eine ausgewogene Ernährung. Fahre ein Auto (SUV) der mit einem Benzinmotor angetrieben wird und auch keinen überdurchschnittlichen Verbrauch hat, wie man es von diesen Fahrzeugen gerne fälschlicher Weise gern in Umlauf bringt. Kurt Helmut Neumann via Facebook

Das unvermeidliche Aussterben des „homo“

Solange es keine grundlegende Änderung der gesellschaftlichen Verhältnisse in Verbindung mit umfassenden grundsätzlichen wissensbegründeten Änderungen – nennen wir es „Reformen“ (man hüte sich davor, die auf den absichernden Fortbestand der Bonzengilde gepflegte GroKo-Flickschusterei als solche zu bewerten!) – gibt, sind trotz aller „Klimagipfel“ keine Änderungen zumindest zum vorübergehenden Segen der letztendlich auch dem unvermeidlichen Aussterben (astro-physikalisch-chemisch) der entarteten Tierart/Gattung „homo“ zu erwarten! Herbert Ewald

Früher Autos, heute Plastiktüten

Früher sind die Autos mit verbleitem Benzin ohne Katalysator gefahren. Die Autos standen mit laufendem Motor vor dem Laden. Aus den Schornsteinen der Fabriken kam ungefilterter Rauch. Und heute muss man sich wegen einer Plastiktüte oder seinem Flug in den Urlaub rechtfertigen. Lars_scott83 via Instagram

Deutschland kann das Klima nicht retten

Unwissende, auf „modernen“ Hype aufspringende Jugend will „Normen“ fernab jeglicher Realität durchsetzen. Als ob es in der Politik keine wichtigeren Entscheidungen für dieses Land gibt. Deutschland kann definitiv NICHT das Weltklima retten, geschweige nachhaltig beeinflussen. Jochen Hausmann über Facebook

Das Weltklima wird nur durch internationale Maßnahmen gerettet

Hohe Energiekosten und die Einschränkung der Mobilität führen zwangsläufig zu einschneidenden Konsequenzen im Alltagsleben, vor der die Politiker, aus ihrer Sicht zu Recht, zurückschrecken. Einsparungen am zweiprozentigen Anteil Deutschlands an der weltweiten CO2-Emission haben eben nur einen Symbolwert.

Und ob dadurch Schwergewichte, wie China, Indien oder die USA, beeindruckt werden, darf mit Recht bezweifelt werden. Natürlich kann jeder in Deutschland sein eigenes Gewissen beruhigen indem er Fahrrad fährt, sich vegetarisch ernährt, Plastiktüten ablehnt und Ökostrom bezieht. Doch das Weltklima wird dadurch nicht gerettet, denn das kann nur durch internationale Maßnahmen geschehen. Eine Beschimpfung und Diskreditierung der Politiker, die die Macht dazu haben, ist sicher nicht der geeignete Weg. Die Weltfremdheit scheint mir hier bei jungen Aktivisten vorzuliegen und nicht bei den Politikern, denen das vorgeworfen wird. Klaus Ewert

Was Greta Thunberg geschafft hat, ist großartig

Greta Thunberg hat eine Diskussion in Gang gesetzt, der wir uns alle stellen müssen. Wenn wir auch in Zukunft ein lebenswertes Umfeld haben wollen, kann und darf es so nicht weitergehen. Eine 16-jährige hat es geschafft, dass sich weltweit Menschen mit diesen Problem auseinandersetzen, das ist großartig. Iris Nagel via Facebook

Wir haben die Pflicht, eine bessere Welt zu hinterlassen

Junge Generationen fordern mehr Einsatz für den Klimaschutz, aber sie haben nicht die nötigen Mittel dazu. Leider reagieren die Politiker sehr unzureichend auf die Forderungen der jungen Leute. Wir aber haben die Plicht, eine bessere Welt unseren Kindern zu hinterlassen. Wann wird sich die deutsche Regierung endlich Mühe geben, die Umwelt und die Sorgen der Bürger zu vereinbaren? Klassenbeitrag der Schule Saint Cyr in Rennes (Frankreich), Klasse: 2. Studienjahr DaF

Muss man wirklich jeden Freitag demonstrieren?

Naja, die Demos sind ja klimatechnisch kontraproduktiv. Jede Menge Polizei, Sperrungen, Satus. Da müsste man halt auch mal drüber nachdenken, ob es jeden Freitag Demos geben muss. Wir haben es ja jetzt alle verstanden und die Politiker werden ihr Handeln eh nicht von Demos abhängig machen, was natürlich sehr traurig ist. Steffen_niklas via Instagram

Letztlich muss die Politik handeln

Natürlich müssen wir unser eigenes Konsumverhalten überdenken und ändern, aber wichtiger ist doch das Verursacherprinzip, wer ist denn für die meisten Emissionen verantwortlich, wer profitiert, wenn er technische Lösungen boykottiert oder behindert, wie zum Beispiel in der Autoindustrie ? Wir können im Kleinen etwas ändern, aber letztlich muss die Politik handeln und die Konzerne dazu zwingen, Innovationen und Umweltschutz nicht unter Ladungen von "Schummelsoftware" zu begraben! Muka Bauer via Facebook