Und er klettert und klettert und klettert. Ein waghalsiger Waschbär kraxelt an einem Hochhaus empor – und die ganze Welt schaut ihm bangend dabei zu. 

Im US-Bundesstaat Minnesota hat sich das kleine Tier in ein großes Abenteuer gestürzt: Am Dienstag wurde es von Passanten entdeckt, wie es an der Fassade eines der höchsten Gebäude der Stadt St. Paul, dem UBS-Tower emporkletterte. Schnell wurde der Abenteurer zur Internetsensation. Unter dem Hashtag #mprraccoon (der Radiosender MPR hatte zuerst berichtet) posteten Passanten und Anwohner Fotos, begeisterte Menschen im Netz begannen mitzufiebern: Überlebt das Tier diese waghalsige Aktion?

In zahlreichen Livestreams konnten Zuschauer die Kletteraktion verfolgen. Am Dienstagabend hatte der Waschbär es bereits bis in die 23. Etage des Hochhauses geschafft, bevor er sich auf einer Fensterbank eine wohlverdiente Pause gönnte.

#mprraccoon traut sich nicht mehr weiter

23 Etagen und noch immer nicht auf dem Dach angekommen – das war dem kleinen Kerl dann wohl doch zu viel. In der Nacht berichteten Zuschauer auf Twitter, das Tier habe sich wieder auf den Weg gemacht – diesmal allerdings in die entgegengesetzte Richtung. Für Stunden kraxelte entkräftete Waschbär immer wieder hoch und runter.

Am Morgen dann der letzte Nervenkitzel: Gegen 9 Uhr macht sich das Tier auf, die letzten Stockwerke zu erklimmen. Ohne rettende Fensterbänke wagt er sich an die letzten Meter Beton-Wand – und schafft es schließlich aufs Dach.

Ende gut, alles gut

Auf dem Hochhausdach konnten Retter den Waschbären mit Katzenfutter schließlich in eine Falle locken. Ende gut, alles gut: Der kleine Abenteurer, der genaugenommen eine Abenteurerin ist, wie sich herausgestellt hat, wurde später in der Natur wieder ausgesetzt.

Erklären, was sie auf dem Hochhausdach wollte, konnte die Waschbärdame natürlich nicht. Experten glauben: Im Keller des Gebäudes war das Tier auf der Jagd nach Taubeneiern. Als es erschreckt wurde flüchtete es – nach oben.