Frankenthal - Er schoss heimlich zehntausende Aufnahmen von seinen Patientinnen - jetzt ist ein Frauenarzt aus dem pfälzischen Schifferstadt deswegen zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Frankenthal verhängte am Montag außerdem ein Berufsverbot für vier Jahre. Der Gynäkologe habe in mehr als 1400 Fällen den „höchstpersönlichen Lebensbereich“ seiner Patientinnen verletzt, hieß es zur Begründung. Zudem habe er sich des sexuellen Missbrauchs unter Ausnutzung eines Beratungs- und Betreuungsverhältnisses in drei Fällen schuldig gemacht. Die Verteidigung des Mediziners will Revision einlegen.

Die Kammer habe sich bewusst gegen eine Bewährungsstrafe entschieden, sagte der Vorsitzende Richter Karsten Sauermilch bei der Urteilsverkündung. Sie habe dem Angeklagten vor Augen führen wollen, in welchem Maße er die Opfer beschädigt und ihr Vertrauen missbraucht habe. Viele betroffene Frauen seien nur mit Hilfe von Psychotherapeuten in der Lage, den Sachverhalt aufzuarbeiten. Bei den Aufnahmen habe es sich nicht um einfache Tabubrüche gehandelt. Der Arzt habe die Patientinnen zutiefst erniedrigt. Er habe sie sortiert und katalogisiert und zum bloßen Objekt degradiert.

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