Gerona - Einer Pianistin drohten in Spanien wegen Lärmbelästigung sieben Jahre Haft - jetzt sind die junge Frau und ihre mitangeklagten Eltern freigesprochen worden. Ein Landgericht im nordostspanischen Gerona entschied am Dienstagabend, dass nicht genug Beweise gegen die 26-jährige Laia Martin und ihre Eltern vorlagen. Die Töne eines Klaviers könnten „zuweilen auch die ruhigsten Nerven strapazieren“, doch im vorliegenden Fall entbehrten die Beschuldigungen jeder Grundlage, hieß es in der von Medien am Mittwoch veröffentlichten Urteilsbegründung.

Der Musikerin war vorgeworfen worden, als Studentin in der Pyrenäen-Ortschaft Puigcerdà mit ihrem Klavierspiel eine Nachbarin jahrelang schwer belästigt zu haben. Die Eltern wurden ebenfalls angeklagt, weil sie das Klavierspiel gefördert hatten. Zuletzt hatte die Staatsanwaltschaft das für alle drei geforderte Strafmaß von siebeneinhalb Jahren auf 20 Monate heruntergeschraubt.

Die Nachbarin, die die Familie der Musikerin in früheren Jahren schon aus anderen Gründen vor Gericht gezerrt und nun „schwere psychologische Schäden“ beklagt hatte, habe die Folgen der von ihr vorgeworfenen Ruhestörung übertrieben dargestellt, hieß es.