Berlin - Die Zahl der aus der Ukraine in Berlin ankommenden Flüchtlinge ist zuletzt spürbar zurückgegangen. Allerdings rechnet der Senat damit, dass sich das bald wieder ändern könnte. „Es kann sein, dass sich die Zahlen noch mal etwas erhöhen, wenn im Juli in Polen die Sozialleistungen gekürzt werden“, sagte die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) am Dienstag nach einer Sitzung des Senats. Aktuell seien es rund 500 ukrainische Flüchtlinge, die Berlin täglich erreichten, im März waren es teilweise bis zu 10.000 pro Tag.

Giffey sagte, es sei bereits eine Rückbewegung der Flüchtlinge zurück in die Ukraine zu beobachten. „Wir sehen, dass Menschen auch wieder zurückkehren in die Ukraine und dort eben bleiben wollen und dort zum Aufbau beitragen wollen“, so die SPD-Politikerin.

Insgesamt 68.000 Personen hätten nach aktuellem Stand einen Aufenthaltstitel in Berlin beantragt. Giffey geht davon aus, dass wahrscheinlich 20 Prozent der Geflüchteten immer noch über die Sozialämter betreut würden, 80 Prozent über die Jobcenter.

Für die mittlerweile 4291 ukrainischen Schülerinnen und Schüler in Berlin seien nun 141 Willkommensklassen eingerichtet worden. 2590 von ihnen seien in Willkommensklassen untergebracht, 1701 in Regelklassen. „Das ist ein Anstieg von letzter Woche um 164“, so Giffey. Zum Vergleich: Eine Grundschule habe um die 300 bis 500 Kinder, 200 in einer Woche sei daher eine ganze Menge.