Münster - Münster  - Jordaniens König Abdullah II. ist in Münster für seine Bemühungen um ein friedliches Zusammenleben im Nahen Osten mit dem Preis des Westfälischen Friedens geehrt worden. Bundespräsident Joachim Gauck hielt die Laudatio bei der Verleihung am Samstag im Rathaus. Gauck lobte vor allem das Engagement des Königs in der Flüchtlingskrise. „Sie und Ihre Landsleute setzen damit Maßstäbe für Humanität und Mitmenschlichkeit“, sagte Gauck zu dem Preisträger.

Bezogen auf die Einwohnerzahl (9,5 Millionen) hat Jordanien deutlich mehr Flüchtlinge aufgenommen als Deutschland. Allein 660 000 stammen aus dem benachbarten Syrien. Dem Westen gilt König Abdullah II. als stabiler und verlässlicher Partner.

Kritiker werfen Jordanien allerdings Demokratie-Defizite vor. Nach den jüngsten Parlamentswahlreformen bestimmt weiter der König Regierungsmitglieder. „Umsichtige Reformen sind ein langwieriger Prozess. Wo immer wir Ihren, den jordanischen Reformprozess unterstützen können, wollen wir es tun“, sagte Gauck.

Abdullah II. bedankte sich für den Preis und bei Deutschland für die Unterstützung Jordaniens. Er bewundere den Mut und den Weitblick, mit dem sich Angela Merkel dem Terrorismus und seinen Folgen stelle. Wie sein Laudator forderte der König aber weitere Hilfe in der Flüchtlingskrise. Anschließend betrat er mit dem Bundespräsidenten den Rathausbalkon. Mehr als tausend Menschen jubelten ihnen zu.

Zweiter Preisträger: Jugendorganisation Aktion Sühnezeichen

Als zweiter Preisträger wurde die Jugendorganisation Aktion Sühnezeichen geehrt. Die Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe verleiht den mit insgesamt 100 000 Euro dotierten Preis alle zwei Jahre. Bisherige Preisträger sind etwa Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt (1918-2015) und die Besatzung der Internationalen Raumstation ISS.