Die WHO in Genf.
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Washington/Brüssel/BerlinAustralien hat sich für eine unabhängige internationale Untersuchung der Coronavirus- Pandemie ausgesprochen. Vor allem stellen die Amerikaner die WHO in Frage und haben die Zahlungen an die Organisation eingestellt. 

Neben den USA, Großbritannien und Australien gibt es noch keinen wichtigen Staat, der sich den Erkenntnissen der Amerikaner angeschlossen hat. Vor allem versuchen die meisten Staaten, die WHO aus der Schusslinie zu nehmen. Trump, der ja seit Beginn seiner Amtstätigkeit gegen internationale Organisationen aufgetreten ist, sieht in der WHO eine Komplizin Chinas.

Die EU hatte bereits vor einigen Tagen die WHO ausdrücklich verteidigt und US-Präsident Donald Trump in seiner Kritik an der Weltgesundheitsorganisation (WHO) widersprochen. Kanzlerin Angela Merkel stellte sich ebenfalls hinter die WHO.

Die WHO ging ihrerseits am Sonntag in die Gegenoffensive. Die Weltgesundheitsorganisation WHO attestiert vielen Staaten einem Medienbericht zufolge keine gute Pandemie-Vorbereitung. Die meisten Staaten weltweit seien schlecht bis mittelmäßig auf Epidemien vorbereitet, zitiert der Spiegel aus einem Positionspapier für eine für Sonntag angesetzt Videokonferenz der Gesundheitsminister der G20-Staaten zur Corona-Krise.

Nur ein Drittel der Länder könne laut dem Papier Seuchenausbrüche entdecken und darauf reagieren. Selbst hoch entwickelte Gesundheitssysteme hätten dann nur noch "begrenzte Kapazitäten", grundlegende Leistungen zu erfüllen. Dem Bericht zufolge prophezeit die WHO, in armen Ländern mit schwächeren Systemen würden die Folgen der Corona-Pandemie "verheerend sein".

Laut dem Bericht moniere die WHO zudem, es mangele an gut ausgebildeten Mitarbeitern und Infrastrukturen in den Gesundheitssystemen und es fehlten robuste Lieferketten und Logistik, um dringend benötigte medizinische Ausrüstung zu beschaffen. Die internationale Zusammenarbeit funktioniere schlecht, vor allem weil "die WHO nicht in die Lage versetzt wird, Koordination und Kooperation zu ermöglichen".

Die WHO fordere, auf die Coronavirus-Pandemie müsse die Welt nun mindestens ebenso entschlossen reagieren wie auf die Finanzkrise von 2008. Unter anderem schlägt sie demnach vor, einen globalen Vorrat an medizinischer Ausrüstung anzulegen, die Forschung an Krankheitserregern zu intensivieren und eine "mobile globale Gesundheitstruppe" zu schaffen, die kurzfristig an Seuchenherde in aller Welt geschickt werden kann.

Die WHO selbst wollte zu dem Papier am Sonntagnachmittag keine Stellungnahme abgeben.