Budapest - Das Bürogebäude nahe dem Budapester Heldenplatz hat schon bessere Zeiten gesehen. Die Jugendstil-Fassade bröckelt, die Tür schließt nicht mehr richtig. Wenn der Portier im Durchgang sein kleines Fenster öffnet, sitzt er in der Zugluft, weshalb er es nur widerwillig tut. Zwei Dutzend Schilder von Firmen und Organisationen – und kein einziges weist darauf hin, dass sich in diesem Gebäude gerade die Revolte gegen den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban formiert. Eine Protestbewegung ist auf dem Sprung vom Aktionismus zum organisierten Widerstand.

Überall in den winzigen Räumen im ersten Stock stapeln sich die Umzugskartons. Es wird gebohrt und gehämmert. Erst vor sechs Wochen ist die Szolidaritas-Bewegung gegründet worden. Noch gibt es außer einem vierköpfigen Führungsteam keine festen Strukturen. Szolidaritas hat kaum Geld und gerade einmal 15 bis 20 ehrenamtliche Mitarbeiter. Das Programm der Widerständler passt auf einen kleinen Notizzettel, den man nicht falten muss, wenn man ihn in die Jacketttasche steckt. Wenigstens hat die Organisation jetzt eine Zentrale, eine Anlaufstelle für die Interessenten. Das ist wichtig, da die Anfangserfolge die junge Bewegung zu überrollen drohen.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.