Hannover - Das Laufen fällt Hans von Möhlmann zunehmend schwer. Der groß gewachsene Mann muss demnächst wieder ins Krankenhaus. Die Gefäße in beiden Beinen werden nicht mehr richtig durchblutet. Es sieht nicht gut aus, sagt er mit seiner etwas heiser klingenden Stimme. Von Möhlmann sitzt vor dem Fenster seines Balkons, den Rücken leicht gekrümmt, den Blick in die Ferne gerichtet. Die Gehhilfe lehnt am Tisch. In einem Aquarium schwimmen Guppys.

Von Möhlmann lebt, könnte man meinen, undercover in dieser Wohnung in Hannover. An der Türklingel der Wohnung steht sein Name nicht. Die Adresse ist auch nicht im Telefonbuch zu finden. Er will nicht, dass der Mann vor seiner Tür steht, den er bezichtigt, seine Tochter getötet zu haben. Hans von Möhlmann kämpft seit Jahrzehnten einen Kampf, den er nach dem Gesetz nicht gewinnen kann. Der 78-Jährige will Gerechtigkeit, will, dass der mutmaßliche Mörder seiner Tochter Frederike vor Gericht gestellt wird. Doch da ist das Recht, das der Gerechtigkeit entgegensteht. Und den mutmaßlichen Mörder schützt.

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