Gehören Roboter bald zu unserem Alltag?
Foto: Ole Spata/dpa (Symbolbild)

BerlinEines ist klar: Ein Leben ohne Computer, ohne Internet, schnellen Datenaustausch, Kommunikation per App, Foto und Video inklusive, ist nicht mehr vorstellbar. Die Zeit lässt sich nicht zurückdrehen, aber die Zukunft lässt sich gestalten.

Dazu lieferten unsere Kommentatoren zum Thema „Wie viel Computer braucht der Mensch?“ in dieser Woche reichlich Ideen. Den Auftakt zur Woche bildete der Neurowissenschaftler und Psychiater Manfred Spitzer. Der bekannte Digitalisierungskritiker warnte vor den Gefahren der Computer- und Internetnutzung, wie Kurzsichtigkeit, Angst, Depressionen und Schlafstörungen. Er nannte die Macht von YouTube, Twitter und Facebook als Beispiele, drei Portale, deren Ziel Profit ist. Abschließend hinterfragte er die Steuerpolitik gegenüber diesen Firmen und in wieweit unsere Gesellschaft angesichts der Macht dieser Konzerne nachhaltig existieren kann.

BLZ/Tagesspiegel/BpB
30 Jahre Meinungsfreiheit

Vor 30 Jahren fiel die Mauer, aus der geteilten Stadt wurde ein geeintes Berlin. Gemeinsam mit dem Tagesspiegel und der Bundeszentrale für politische Bildung feiern wir die Meinungsfreiheit – mit guten Argumenten und großen Debatten. 


„Es ist an der Zeit, uns unser Leben wieder zurückzuholen“

Die Linken-Bundestagsabgeordnete Anke Domscheit-Berg forderte einen differenzierten Umgang mit dem Thema. Computer seien schließlich überall: vom Handy bis zur bewaffneten Drohne. Sie forderte langlebigere Hardware und mehr Möglichkeiten für Recycling der Technik. Auch lehnte sie Computer zur Überwachung von Menschen und ihr Eindringen in die Privatsphäre ab.

Die Journalistin Anna Miller hielt ein Plädoyer für ein Leben ohne ständigen Blick aufs Handydisplay. Sie will nicht fraglos glauben, dass Digitalisierung die Zukunft ist, sondern nachfragen und das analoge Leben stärken. „Es ist an der Zeit, uns unser Leben wieder zurückzuholen“, schrieb sie.

„Der Dialog bleibt die Grundlage für ein erfülltes Dasein“

Für den blinden IT-Trainer Oliver Nadig spielen die digitalen Technologien eine wichtige Rolle. Wenn Barrierefreiheit bei Anwendungen von vornherein mit konzipiert wird, können Blinde oder sehschwache Menschen von der Digitalisierung stark profitieren. Nadig wünscht sich allerdings mehr Unterstützung von der Politik, die Barrierefreiheit verpflichtend machen könnte.

Zum Wochenabschluss wies der Philosoph Christian Uhle darauf hin, dass es sich bei Computern – trotz aller Fortschritte – um seelenlose Maschinen handelt und dass sie Gespräche zwischen Menschen nicht ersetzen können. „Der Dialog bleibt die Grundlage für ein erfülltes Dasein“, lautete sein Fazit. 


Das sind die Reaktionen unserer Leser


Manfred Spitzer, der Sarrazin des Digitalen

Manfred Spitzer ist der Sarrazin des Digitalen. Er bedient sich populistischer Thesen, hat seine eigenen Kids medienweltfremd erzogen und in seinen Veröffentlichungen verdammt er Computerspiele, die es zum Teil überhaupt nicht gibt. Der Vergleich zu Sarrazin ist stabil, denn methodisch gibt es da viele Parallelen und bei beiden läuft es auf eine eher radikale Position hinaus.

Würden wir Manfred Spitzers Empfehlungen folgen, wären wir technologisch und in Sachen Bildung bald noch weiter vom Weltgeschehen abgehängt als heute schon. Selbstverständlich ist der Umgang mit Medien und Gadgets kritisch zu betrachten, aber die Lösung besteht in einer Bildung, die der Entwicklung der Welt offen gegenüber steht anstatt sich ausschließlich nach dem Guten und Alten zu sehnen. Rückwärtsgewand und engstirnig, so sind beide. Stefan Freise über Facebook

Korrelation ist nicht gleich Kausalität

Digitalisierung ist wie Tortenessen

Macht die Digitalisierung uns krank? Natürlich, wir sind wie Kinder im Wunderland. Wir geben uns zu gerne dem hin, was uns feilgeboten wird und fangen erst ganz langsam an darüber nachdenken. Man kann es auch vergleichen mit einem Tortenessen. Irgendwann meldet sich der Magen und rebelliert. Erst dann denken wir nach. Wenn wir das zu spät merken, kommt die ganze Torte wieder raus. byron2101 über Instragram

Google, China und Co.wollen die Welt beherrschen

Angesichts des durch Macht- und Profitgier getriebenen globalen und digitalen Wettrüstens werden wir zum Spielball. Dass Technologie für unser Leben zweckdienlich sein sollte, spielt keine Rolle mehr. Es geht nicht um einen evolutionären Prozess der Technologienutzung. Google, China und Co. wollen durch männliche Allmachtsphantasie getrieben eine andere, eine von ihnen beherrschbare Welt.

Disruption ist ihr neues Mantra. Für technische Herausforderungen wird Informationstechnologie längst eingesetzt. Unser Leben müssen wir nicht auch noch digitalisieren. Es gilt, den Digitalisierungs-Hype zu entzaubern. Was kann das digitale Wettrüsten aufhalten? Wir könnten uns auf Hightech konzentrieren, die uns hilft, die realen Probleme zu lösen. Statt 5G brauchen wir Forschung und Entwicklung für Anlagen zur Gewinnung synthetischer Kraftstoffe in Afrika, zum beiderseitigen Vorteil. Matthias Grünig

Man muss sich nur mal die Menschen im Tram, Bus und U-Bahn anschauen... vor allem junge, allen voran junge Frauen, starren auf ihr Smartphone wie die Zombies, bekommen gar nichts mit was um sie herum passiert. Und nicht wenige sind schon unter einem Auto oder unter einer Tram gelandet, weil sie auf ihr Smartphone starren als würde ihnen der neue Messias erscheinen...

Ivanka Seka Glas über Facebook

Angst vor Verlust des Arbeitsplatzes

Die Digitalisierung ist sowohl positiv als auch negativ zu sehen. Ich persönlich stehe diesem kritisch gegenüber. Sie sorgt für Unsicherheit und Angst, beim Arbeitsplatzverlust oder der Überwachung. Kinder kommen gezwungenermaßen schon früh mit der digitalen Welt in Kontakt. Die neuartige Kommunikation, der Austausch, der Zugang zu Wissen und Bildung und der vereinfachte Alltag sind positiv. Anna Jatta, auf der Webseite der Bundeszentrale für politische Bildung (BpB)

Smartphone-Verbot in den Schulpausen

An Computern, Tablets, Smartphones führt kein Weg vorbei und die Kompetenz, damit umzugehen sowie Gefahren einzuschätzen, muss erlernt werden. Es wäre sinnvoll, dies in der Schule zu lehren und zu lernen. Alles andere ist realitätsfremd.

Freies Spiel kann und sollte doch zusätzlich stattfinden. Und auch ein Smartphone-Verbot während der Schulpausen ist denkbar und sinnvoll. Muss es denn Entwederoder sein? Kann es nicht saubere, funktionierende sanitäre Anlagen, eine gute Ausstattung auch für Lehrkräfte, genügend Personal, Konfliktlösungsmanagement UND eine sinnvolle Ausstattung mit Laptops/Computern, Tablets, etc. geben? Klar, das kostet Geld. Aber sinnvoll finde ich es schon. Leia Scones

Die Digitalisierung richtig nutzen

Die Digitalisierung: Das Zeitalter der neuen Generation und der Stärkung der Demokratie?. Die Technologie von heute gibt uns das Potential für das Ausleben der Meinungsfreiheit und der Weiterentwicklung der Menschheit durch Aufklärung. Jedoch wird dies nicht richtig genutzt. Meiner Meinung nach geht es nicht mehr um die Frage ob die Digitalisierung richtig ist, sondern wie wir sie richtig nutzen müssen. Viviane Turhan, via BpB-Webseite

Ich würde gerne weniger Computer benutzen, aber jobbedingt hänge ich viel am Computer. 

Kat_whx über Instagram

YouTube hat bei einigem Schulstoff geholfen

Digitale Informationstechnik bringt negative und positive Seiten mit sich, aber man sollte sich im Klaren sein, dass man selbst die Kontrolle über seine eigene Nutzung digitaler Medien hat. Für mich hat es bisher überwiegend positive Aspekte gehabt, da mir gewisse Seiten und YouTube-Videos schon viel mit einigem Schulstoff weitergeholfen haben. Lisa Keil, via BpB-Webseite

Das Wissen der Menschheit in der Hosentasche

Wir tragen das gesamte Wissen der Menschheit in unserer Hosentasche, Apps und Websites helfen bei der Weiterbildung. Smartphones tracken unseren Puls und unser Schlafverhalten und helfen uns, unsere Fitness und das Schlafverhalten zu optimieren. Über Social Media halten wir mit mehr Menschen Kontakt, als wir es offline jemals könnten. Wie viel Zeit wir uns dafür nehmen, da stimme ich zu, das muss jeder für sich selbst entscheiden. David Pahnke

Gespannt auf zukünftige Veränderungen

Ich könnte mir eine Welt ohne Social Media und digitalen Techniken nicht mehr vorstellen. Was würden wir nur tun, wenn wir unsere Liebsten nicht mehr in Sekunden per WhatsApp erreichen könnten? Die Nutzung von Smartphones kann süchtig machen und wirkt sehr ablenkend besonders, wenn man sich vom Lernen drücken will. Ich bin gespannt, wie die Digitalisierung unsere Welt zukünftig verändern wird. Viktoriya Sydorenko, via BpBWebseite