Berlin - Ich kämpfe seit 18 Jahren. Seit dem Tag, an dem ich eine Empfehlung für die Hauptschule ausgesprochen bekommen habe. Mein deutscher Klassenlehrer schickte damals ausnahmslos alle Kinder, deren Familien aus der Türkei, dem Iran, aus Algerien, Bulgarien und Rumänien stammten, auf die Sonder- oder die Hauptschule. In seinen Augen waren wir es nicht würdig, zur Realschule, geschweige denn zum Gymnasium zu gehen. Mein Vater konnte diese Empfehlung nicht nachvollziehen, legte sich mit meinem Klassenlehrer und der Direktorin meiner Grundschule an und ließ mich letztlich eine externe Prüfung absolvieren. Während sich meine Mitschüler auf die 5. Klasse freuten, sich ihre Eltern die Schulen ihrer Umgebung ansahen, ging ich über Wochen hinweg fast jeden Tag zur Nachhilfe, wo ich auf meine externe Prüfung – Diktat, Aufsatz, Mathetest – vorbereitet wurde. Und ich absolvierte diese.

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