Als passionierter Jäger war Richard Huthansl mit seinem Freund schon in Ungarn und sogar auf Kamtschatka in Russland unterwegs. Er kannte den 55-jährigen Transportunternehmer ganz gut. Der Tod seiner Frau vor 13 Jahren habe ihm schwer zu schaffen gemacht, erzählte Huthansl österreichischen Medien, erhob aber auch schwere Vorwürfe gegen die Polizei. „Man hat ihn in die Enge getrieben“, sagte er. „Wenn der Einsatz mit mehr Diplomatie und Psychologie abgelaufen wäre, dann hätte es wahrscheinlich keine Toten gegeben.

Rascher als sonst kommen die Fragen und Vorwürfe, seit der Einsatz der österreichischen Polizei-Sondereinheit „Cobra“ gegen einen Wilderer in einer Katastrophe endete. Drei Polizisten und ein Rotkreuzhelfer starben durch die Kugeln des Täters. Später tötete der 55-Jährige sich selbst. Am Ende stellte die Öffentlichkeit fest, dass es der blutigste Einsatz war, den die österreichische Polizei je erlebt hat. Das Einsatzkommando „Cobra“ hatte sich am Montagabend in einem Wald bei Annaberg am Rande der Alpen auf die Lauer gelegt, um den seit langem gesuchten Wilderer auf frischer Tat zu ertappen. Schon vor drei Jahren war der Mann verdächtigt worden, damals konnte sein Auto fotografiert und sein Name ermittelt werden. Eine gründlichere Untersuchung aber unterblieb, der Verdacht wurde vergessen. Vor zwei Jahren bedrohte der Mann einen Jäger, der ihn bei der Wilderei aufgespürt hatte, mit dem Messer. Auch das hatte die Polizei herausgefunden. Man habe die Gefährlichkeit des Täters nicht unterschätzt, sagte der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, Konrad Kogler, am Mittwoch.

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