Berlin - Donald Trump hat bei seiner ersten Pressekonferenz am Donnerstag eine Menge verrückte Dinge zum Besten gegeben. In einem Punkt bestätigte der gewählte US-Präsident, was er im Wahlkampf angekündigt hatte. „Wir bauen jetzt die Mauer“, sagte der 70-Jährige, gemeint war die Mauer zu Mexiko, und fuhr fort: „Mexiko wird dafür bezahlen, in Form einer Geldleistung oder einer Abgabe.“

Dies ist, zumal aus deutscher und erst recht aus Berliner Perspektive, ein Menetekel. Es steht überdies quer zu den Äußerungen früherer US-Präsidenten. Entsprechend fielen am Freitag die Reaktionen aus.

Sinnbildlich: Die Grenzanlagen zwischen BRD und DDR

Die Bundesrepublik und die DDR waren bekanntlich durch nahezu unüberwindliche Grenzanlagen getrennt. Die SED-Führung hinderte damit die eigenen Leute an der Flucht. Allein die Mauer um West-Berlin maß 155 Kilometer; 43 Kilometer Mauer und Stacheldraht separierten den Ost-Teil vom West-Teil der Stadt.

Zwar konnten die USA als Schutzmacht des Westens den Bau nicht verhindern; in gewisser Weise war er den Regierenden in Washington sogar recht, weil die Mauer klare Einflusszonen schuf und so den Ost-West-Konflikt stabilisierte. Trotzdem sagte der demokratische Präsident John F. Kennedy anlässlich seines West-Berlin-Besuchs am 26. Juni 1963 den berühmten Satz: „Ich bin ein Berliner.“ Damit erneuerte der charismatische Sonnyboy das Schutzversprechen für den Westen.