Schon vor Corona war klar, dass in Deutschland der Bildungserfolg der Kinder viel stärker vom Elternhaus abhängt als in anderen Ländern. Von 100 Kindern aus Akademikerfamilien studieren 79, bei Nichtakademikerkindern nur 27. Schon vor Corona wusste man, dass ein gutes Fünftel der deutschen Schüler in ihrer gesamten Schullaufbahn nicht richtig lesen, schreiben und rechnen lernt. Und außerdem: Dass jeder zweite Jugendliche mit Migrationshintergrund keinen Ausbildungsplatz findet.

Durch die Pandemie hat sich die Spaltung unserer Gesellschaft in Bildungsgewinner und Bildungsverlierer vertieft. In der Sendung „Verpasste Chancen in der Bildungspolitik“ bei Markus Lanz erklärte der Soziologe Harald Welzer: Bei 70 Prozent der Kinder müsse man sich wohl keine Sorgen machen. Für die große Mehrheit werde Corona nur eine Phase gewesen sein – eine entbehrungsreiche Phase zwar, aber nichts, was ihr Leben wirklich aus der Bahn werfe. Wenn die Kinder und Jugendlichen über einen netten Freundeskreis verfügten und eine Familie, die sie unterstütze, dann sorge die Plastizität des menschlichen Gehirns in Kombination mit den helleren Erfahrungen der Nach-Corona-Zeit dafür, dass sie die Krise insgesamt gut bewältigen.

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