Nicht jede bekommt ein zweites Leben: Derzeit werden in Deutschland nur 50 Prozent des gesammelten Kunststoffes recycelt.
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BerlinWussten Sie, dass kaputte Elektrogeräte in größeren Fachhandlungen zurückgegeben werden können – und zwar unabhängig davon, ob sie dort auch gekauft wurden? Dass alte Medikamente auf keinen Fall in die Toilette gehören, es aber unbedenklich ist, sie im Restmüll zu entsorgen? Nerven Sie Ihre Hausverwaltung, damit im Müllkeller endlich eine Biotonne auftaucht?

Falls ja: Respekt! Sie gehören zu den Menschen, die sich tatsächlich Gedanken darüber machen, wie sie den Müll, den sie produzieren, möglichst umweltschonend wieder entsorgen können. Und wahrscheinlich tun Sie obendrein alles, um Müll von vorneherein zu vermeiden.

Natürlich ist es eine gute Nachricht, dass sich die Abfallmenge, die im Restmüll landet, seit Mitte der 80er-Jahre halbiert hat. In der Gesamtmenge ist der Müll seitdem aber nicht weniger geworden. 

Derzeit wird die Hälfte des in Deutschland gesammelten Kunststoffes recycelt. Nur weil man eine Plastiktüte in die gelbe Tonne wirft, heißt das also nicht, dass ihr automatisch ein neues Leben als Shampooflasche vergönnt ist. Wenn es ganz schlecht läuft, landet sie stattdessen im Meer und wird zur Todesfalle für Schildkröten oder Seevögel.

Am Ende ist es die Verantwortung jedes Einzelnen, dass die Müllspur, die er oder sie auf diesem Planeten hinterlässt, so schmal wie möglich gerät.

Natürlich sollten Mülltrennung und -vermeidung trotzdem so simpel wie möglich ablaufen, sollten Wertstoff- und Biotonnen in jedem Haus stehen. Denn den meisten Menschen liegt Umweltschutz am Herzen. Ihr Verhalten ändern sie aber nur dann, wenn dies möglichst schmerzfrei und anstrengungslos geschieht. Den Bio- oder Plastikmüll in der Wohnung zu sammeln und alle paar Tage zum Wertstoffhof zu fahren, wäre den meisten einfach viel zu mühsam. Umweltschädlich wäre es ohnehin – es sei denn, es passierte mit dem Fahrrad. Aber das wäre ja, siehe oben, viel zu anstrengend.