Wurzen - Dramatischer Vorfall in Wurzen bei Leipzig: Am Freitagabend trafen sich nach einem Facebook-Aufruf 60 Personen auf dem Marktplatz, um zu zeigen, dass ihnen „die Straßen der Stadt“ und „die ganze Stadt“ gehöre. Die „Leipziger Volkszeitung“ zitierte Uwe Voigt, den Sprecher der Polizeidirektion Leipzig, demzufolge die Personen teils in „erheblich alkoholisiertem Zustand“ gewesen seien.

Im Anschluss setzte sich eine größere Gruppe der Versammelten zum Wohnhaus für Flüchtlinge ab, wobei sie ausländerfeindliche Parolen skandierten. Die Polizei war sofort präsent, verhinderte eine Eskalation und richtete eine Platzverbotszone für die Altstadt ein. Zwei Randalierer hielten sich nicht an den Platzverweis und wurden festgenommen. Augenzeugen berichteten, dass die Lage beängstigend gewesen sei und leicht auch hätte eskalieren können.

Polizei auch am Tag danach vor Ort

Die Polizei war auch am Tag darauf vor Ort, inklusive der Nachtstunden. Störungen gab es keine.

Die Stadt Wurzen veröffentlichte eine Erklärung. Darin heißt es: Die „überwiegend positive Wahrnehmung“ im Umgang mit den hier lebenden Flüchtlingen sollte „nicht durch ein Ereignis wieder zunichte“ gemacht werden.

Hintergrund der Geschehnisse war laut LVZ ein Zwischenfall am Pfingstmontag. An dem Tag gerieten Anwohner mit einer Gruppe von mehreren jungen Asylbewerbern aneinander, die in der Nacht mit lauter Musik die Nachtruhe gestört haben sollen. Daraufhin wurden den Angaben der Zeitung nach die beiden Männer mit Holzstühlen angegriffen und verletzt. Sie mussten sich in ärztliche Behandlung begeben.

(red)